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ASML sieht Interesse an KI-Anlagenbestellungen bis 2030

ASML hat beim Gewinn im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und berichtet von Kundeninteresse an Auslieferungen von Halbleiteranlagen in den Jahren 2029 und 2030.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 14. Oktober 20265 Min. LesezeitQuellen (2)
Der Hauptsitzkomplex von ASML in Veldhoven
A ansems · Public domain · Wikimedia Commons

Interesse reicht bis 2030

ASML hat am Mittwoch erklärt, dass einige Kunden Interesse daran bekunden, Bestellungen für Halbleiterfertigungsanlagen mit Auslieferung in den Jahren 2029 und 2030 aufzugeben. Die Aussage begleitet die Zahlen für das dritte Quartal 2026 und gibt Investoren einen Hinweis auf die längerfristige Nachfrage nach Lithografiesystemen. Nach Darstellung des Unternehmens hängt dieses Interesse vor allem mit den Erwartungen der Kunden über Umfang und Dauer der Investitionen rund um künstliche Intelligenz zusammen.

Vorstandschef Christophe Fouquet erklärte, Kunden erhöhten ihre kurzfristigen und mittelfristigen Prognosen für den Bedarf an Ausrüstung weiterhin. Wegen dieser Nachfragevisibilität hätten einige Kunden Interesse an Bestellungen für 2029 und sogar 2030 geäußert. ASML meldete jedoch kein verbindliches Auftragsvolumen für diese Jahre. Eine Interessenbekundung ist deshalb nicht mit einem abgeschlossenen Vertrag, einem gesicherten Umsatz oder einer feststehenden Auslieferung gleichzusetzen.

Gewinn über Markterwartung

Der Nettoumsatz von ASML lag im dritten Quartal bei 11,662 Milliarden Euro. Die von CNBC zitierte LSEG-Konsensschätzung hatte bei 11,72 Milliarden Euro gelegen. Der Umsatz verfehlte diese Erwartung damit knapp. Der Nettogewinn erreichte dagegen 4,96 Milliarden Euro und lag deutlich über der LSEG-Erwartung von 4,1 Milliarden Euro.

TechNews berichtete, der Quartalsumsatz sei gegenüber dem Vorquartal um 25,0 Prozent gestiegen und habe einen Rekordwert erreicht. Der Bruttogewinn habe 6,7 Milliarden Euro betragen, 33,1 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Die Bruttomarge stieg laut TechNews von 54 Prozent im Vorquartal auf 57,5 Prozent. Der unverwässerte Gewinn je Aktie erhöhte sich von 7,59 Euro auf 12,95 Euro.

Die Erlöse aus dem Installed-Base-Management lagen bei 3,289 Milliarden Euro und damit 19,1 Prozent über dem Vorquartal. TechNews ordnete diese Erlöse als einen Faktor für die höhere Bruttomarge ein. Sie betreffen die bereits installierte Anlagenbasis und ergänzen die Erlöse aus neuen Lithografiesystemen. ASML führte die Nähe des Gesamtumsatzes zum oberen Ende seiner eigenen Prognose auf eine starke Umsetzung beim Kapazitätsausbau zurück.

Mehr Auslieferungen und höhere Liquidität

ASML verkaufte im dritten Quartal 113 neue Lithografiesysteme. Im zweiten Quartal waren es 86 gewesen, was nach Angaben von TechNews einem Anstieg um 31,4 Prozent entspricht. Die Verkäufe gebrauchter Lithografiesysteme stiegen von fünf auf acht Einheiten, ein Zuwachs von 60,0 Prozent. Die Auslieferungen unterstützten das Quartalsergebnis, beantworten aber nicht die Frage, ob die künftig erwartete Nachfrage vollständig bedient werden kann.

Die Position aus Barmitteln und kurzfristigen Anlagen wuchs von 7,582 Milliarden Euro am Ende des zweiten Quartals auf 12,735 Milliarden Euro am Ende des dritten Quartals. TechNews bezifferte den Anstieg auf rund 5,153 Milliarden Euro beziehungsweise 68,0 Prozent. ASML veröffentlichte im vorliegenden Material keine konkrete Zuordnung dieses Bestands zu einzelnen Ausbauprojekten.

  • Der Nettoumsatz im dritten Quartal betrug 11,662 Milliarden Euro.
  • Der Nettogewinn lag bei 4,96 Milliarden Euro.
  • 113 neue Lithografiesysteme wurden verkauft.
  • Kunden äußerten Interesse an Lieferungen in den Jahren 2029 und 2030.

Engpass bei der Kapazität

Fouquet sagte, die für 2027 und 2028 geplante Versorgung werde die Nachfrage der Kunden nicht vollständig decken. ASML untersucht deshalb Möglichkeiten, die Kapazität für 2028 über die zuvor prognostizierte Steigerung von 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Das Unternehmen beschreibt diese Ausweitung als Prüfung; Größe, Zeitplan und Ergebnis sind nicht veröffentlicht.

Die Aussage verbindet zwei Aspekte: Die Nachfrage reicht aus Sicht der Kunden über die nahe Zukunft hinaus, zugleich könnten die verfügbaren Fertigungskapazitäten nicht genügen. Daraus folgt nicht automatisch, dass jede mögliche Bestellung angenommen oder pünktlich ausgeliefert werden kann. Die Umsetzung hängt von den Produktionsmöglichkeiten des Unternehmens und weiteren Bedingungen der Lieferkette ab.

ASML ist nach den vorliegenden Quellen weltweit das einzige Unternehmen, das EUV-Lithografiesysteme herstellt. Diese Systeme werden von Herstellern wie TSMC für die Produktion der fortschrittlichsten Halbleiter eingesetzt. Gerade wegen dieser Stellung beobachten Anleger die Ergebnisse des niederländischen Konzerns als Indikator für die Nachfrage nach KI-bezogenen Chips.

High NA EUV und die nächste Generation

Im Quartal verpflichteten sich Samsung und TSMC zur Nutzung von ASMLs High-NA-EUV-Systemen. Diese Anlagen gelten als nächste Generation der EUV-Lithografie. Analysten sehen sie laut CNBC als wichtig für das künftige Wachstum von ASML. Angaben zu Stückzahlen, Lieferterminen oder Vertragswerten wurden in den Quellen nicht genannt.

Die Zusagen der beiden großen Chiphersteller liefern einen Hinweis auf die geplante Einführung der neuen Technologie. Sie bedeuten aber nicht, dass die damit verbundenen Umsätze bereits im ausgewiesenen Quartal enthalten sind. Zwischen einer Nutzungszusage und Umsatzrealisierung liegen Herstellung, Auslieferung und Installation der Anlagen.

Höhere Jahresprognose

ASML erwartet für 2026 nun Nettoumsätze zwischen 44 Milliarden und 45 Milliarden Euro. Das untere Ende der vorherigen Prognose hatte bei 43 Milliarden Euro gelegen. Die erwartete Bruttomarge für das Gesamtjahr beträgt etwa 56 Prozent. Bereits im Juli hatte das Unternehmen seine Umsatz- und Margenprognose wegen starker Nachfrage angehoben.

Für das vierte Quartal prognostiziert ASML Nettoumsätze zwischen 14,2 Milliarden und 15,2 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von rund 57 Prozent. CNBC zufolge liegt das obere Ende dieser Spanne über der LSEG-Konsensschätzung von 14,2 Milliarden Euro. Es handelt sich um eine Unternehmensprognose, deren Erfüllung von Auslieferungen und operativer Umsetzung abhängt.

Die ASML-Aktie war laut CNBC seit Jahresbeginn um 56 Prozent gestiegen. Die Märkte bewerten damit nicht nur die aktuellen Gewinne, sondern auch die Aussicht auf langfristige KI-Investitionen und mögliche Kapazitätsengpässe. Die neuen Aussagen geben mehr Sichtbarkeit, ersetzen jedoch keine verbindlichen Auftragsdaten für die Jahre 2029 und 2030.

China und Exportbeschränkungen

ASML hält an der Prognose fest, dass China 20 Prozent des Gesamtgeschäfts ausmachen wird. Das Unternehmen unterliegt Beschränkungen beim Verkauf von EUV- und bestimmten DUV-Anlagen nach China. DUV-Systeme sind weniger fortschrittlich als EUV-Systeme; auch bei ihrer Herstellung verfügt ASML über eine starke Position.

CNBC verwies auf einen Bericht von The Information aus dem Juli. Darin wurde unter Berufung auf ungenannte, mit der Sache vertraute Personen behauptet, ein chinesisches Unternehmen habe mit der Herstellung einer immersionsbasierten DUV-Maschine begonnen. Diese Behauptung wurde in den vorliegenden Quellen nicht unabhängig bestätigt. Analysten stellten laut CNBC die Fähigkeit Chinas infrage, eigene DUV-Technologie rasch hochzufahren.

Für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen im deutschsprachigen Raum bedeutet die Mitteilung vor allem, dass Zeitfenster für fortschrittliche Halbleiterkapazitäten früher geplant werden könnten. Verbindliche Beschaffungsentscheidungen sollten jedoch zwischen bekundetem Interesse, bestätigten Aufträgen, tatsächlicher ASML-Kapazität und geltenden Exportregeln unterscheiden.

Quellen

  1. ASML says it's getting order interest through 2030 as profit smashes expectationsCNBC Technology · 14. Oktober 2026
  2. AI 強勁需求推升 ASML 第三季營收獲利創新高,全年營收展望上調科技新報 (TechNews) · 14. Oktober 2026

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