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Brasiliens Senat beschließt Steuervorteil Redata für KI-Rechenzentren

Der brasilianische Senat hat am Dienstag Redata verabschiedet: Bundessteuern auf importierte Ausrüstung für KI-Rechenzentren entfallen – im Gegenzug für erneuerbare Energie und FuE-Investitionen.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 12. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Blick in den Plenarsaal des Bundessenats in Brasília mit den Sitzreihen der Senatoren
Boaventuravinicius · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der brasilianische Bundessenat hat am Dienstag den Gesetzentwurf 278/2026 verabschiedet, der die Sonderbesteuerungsregelung für Rechenzentrumsdienste – Redata – einführt. Der Text hatte die Abgeordnetenkammer bereits im Februar passiert und ersetzt eine vorläufige Maßnahme, die dieselbe Regelung geschaffen hatte, aber ausgelaufen war, bevor sie in Gesetzesform gegossen wurde. Nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens geht der Entwurf nun zur Unterzeichnung an den Präsidenten.

Redata erlässt Bundessteuern – Einfuhrsteuer, PIS/Cofins, PIS/Cofins-Import und die Steuer auf Industrieprodukte – auf elektronische und IT-Komponenten, die für den Bau oder Ausbau von Rechenzentren im Land bestimmt sind. Laut dem Berichterstatter des Gesetzes, Senator Cid Gomes, soll die Regelung "vor allem die physische Infrastruktur entlasten, die für die Datenverarbeitung, Cloud-Speicherung sowie das Training und die Inferenz von KI-Modellen notwendig ist".

Die Gegenleistungen: saubere Energie und Reinvestition in FuE

Die Steuerbefreiung ist nicht bedingungslos. Begünstigte Unternehmen müssen den gesamten Strombedarf ihrer Rechenzentren aus erneuerbaren oder emissionsarmen Quellen decken – eine im Senat verabschiedete Änderung, die die ursprüngliche Formulierung "saubere oder erneuerbare Quellen" ersetzte. Zudem müssen sie bei der Kühlung der Anlagen einen jährlich gemessenen Wassereffizienzindex von höchstens 0,05 Litern pro kWh einhalten und 2 Prozent des Wertes der über den Steuervorteil gekauften Produkte in Forschung und Entwicklung an Universitäten und Wissenschafts- und Technologieinstituten reinvestieren.

Der Entwurf reserviert außerdem 10 Prozent der von begünstigten Rechenzentren erbrachten Dienstleistungen für den brasilianischen Binnenmarkt. Um die geografische Dezentralisierung einer heute im Südosten konzentrierten Branche zu fördern, senkt Redata die geforderten Gegenleistungen für Unternehmen, die ihre Rechenzentren in den Regionen Norden, Nordosten und Mittelwesten errichten, um 20 Prozent – und schreibt vor, dass mindestens 40 Prozent der dort durch die Regelung generierten FuE-Mittel auch dort ausgegeben werden müssen.

  • Geschätzte fiskalische Wirkung: 5,2 Milliarden Real Steuerausfälle 2026, 1 Milliarde 2027 und 1,05 Milliarden 2028.
  • Energie-Gegenleistung: 100 Prozent des Stroms begünstigter Rechenzentren aus erneuerbaren oder emissionsarmen Quellen.
  • Wasser-Gegenleistung: Wassereffizienzindex von höchstens 0,05 Litern pro kWh bei der Kühlung.
  • Reinvestition: 2 Prozent des Werts der mit Steuervorteil importierten Produkte fließen in FuE.
  • Binnenmarkt: 10 Prozent der Rechenzentrumsdienste sind Brasilien vorbehalten.

Verabschiedet trotz Widerspruch der Abgeordnetenkammer

Die Abstimmung im Senatsplenum verlief hinter den Kulissen nicht reibungslos. Während des Verfahrens bezweifelten Mitglieder des Präsidiums der Abgeordnetenkammer den Charakter der vom Berichterstatter vorgenommenen Änderungen und argumentierten, eine davon – der Ersatz von "saubere oder erneuerbare Quellen" durch "erneuerbare oder emissionsarme Quellen" – stelle eine inhaltliche und keine bloß redaktionelle Änderung dar, was den Text zurück in die Kammer geschickt hätte. Cid Gomes bestritt, dass die Änderung den Inhalt des Gesetzes verändere, und die Vorlage wurde per symbolischer Abstimmung verabschiedet und ging direkt zur Unterzeichnung an den Präsidenten, während die Abgeordneten erst im Nachhinein informiert wurden.

Von den 39 im Senat eingereichten Änderungsanträgen übernahm der Berichterstatter nur vier, ganz oder teilweise. Einer davon ersetzt die Formulierung "ohne nationales Äquivalent" durch "ohne gleichwertige nationale Produktionskapazität" als Kriterium für die Einfuhrsteuerbefreiung – eine Änderung, die den Text laut Bericht an bereits vom Exekutivausschuss der Außenhandelsbehörde Camex verwendete Parameter angleicht.

"Souveränität bedeutet nicht nur, Server aufzustellen", sagen Kritiker

Souveränität lässt sich nicht darauf reduzieren, Server auf nationalem Territorium zu installieren. Sie umfasst nationale technologische und wissenschaftliche Fähigkeiten, Datensicherheit und -governance, energetische Autonomie und den Schutz natürlicher Ressourcen.

Erklärung zivilgesellschaftlicher Organisationen, zitiert von Agência Brasil

Kritiker bemängeln, der Entwurf sei nicht ausreichend diskutiert worden, um echte Fortschritte bei der digitalen Souveränität zu garantieren, und erinnern daran, dass Rechenzentren – vor allem von großen Plattformen zum Training von KI-Modellen und zur Cloud-Datenspeicherung genutzt – bereits wegen ihres hohen Energie- und Wasserverbrauchs kritisiert werden, in einem Land, das mit anderen Märkten um die milliardenschweren KI-Infrastrukturinvestitionen der Big-Tech-Konzerne konkurriert.

Für einen deutschen Server- oder GPU-Hersteller mit Blick auf den brasilianischen Markt oder einen Cloud-Anbieter, der über den Standort seines nächsten KI-Rechenzentrums entscheidet, senkt Redata direkt die Importkosten der Hardware, die für den Betrieb im Land nötig ist – sofern die neuen Umweltauflagen erfüllt werden. Für Anbieter erneuerbarer Energie und Wassereffizienzlösungen entsteht mit der neuen Regelung ein verpflichtender Gegenleistungsmarkt, den es zuvor nicht gab.

Quellen

  1. Senado aprova projeto que cria incentivos para data centers no BrasilAgência Brasil · 1. September 2026
  2. Senado aprova Redata com incentivos para data centersTELETIME · 1. September 2026

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