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OpenAI stoppt Neuanmeldungen für ChatGPT Pro wegen Astra-Andrangs

OpenAI hat wegen einer laut eigener Aussage „beispiellosen" Nachfrage nach GPT-6 Astra vorübergehend keine neuen Abonnements für ChatGPT Pro (200 US-Dollar, 229 Euro) mehr angenommen. Bestehende Kund:innen sind nicht betroffen.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 12. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Eine Hand hält ein Smartphone mit der ChatGPT-App neben einem aufgeklappten Laptop
Jernej Furman from Slovenia · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

OpenAI hat am 10. September bestätigt, dass keine Neuanmeldungen für ChatGPT Pro, die teuerste Stufe des Dienstes, mehr angenommen werden. Der Preis liegt in den USA bei 200 US-Dollar im Monat, in Deutschland und Frankreich bei rund 229 Euro. Die Ankündigung kam von Tibo Sottiaux, der bei OpenAI für die Kernprodukte ChatGPT und Codex zuständig ist, über X (ehemals Twitter): Das Unternehmen ziehe „alle möglichen Hebel", um die Rechenkapazität auszubauen, doch die durch GPT-6 Astra ausgelöste Nachfrage sei „wirklich beispiellos" und übertreffe sogar die Wachstumskurven früherer Produkteinführungen.

Warum Astra die Server überlastet

GPT-6 Astra wurde am 3. September vorgestellt, von OpenAI-Führungskräften damals als „Beginn des AGI-Zeitalters" bezeichnet. Das Modell wurde im texanischen Rechenzentrum Stargate mit mehr als 100.000 GPUs trainiert und kann Computer bedienen – Tabellenkalkulationen, Formulare, Websurfen – in einer laut OpenAI „übermenschlichen" Geschwindigkeit. Schnell an Plus- und Pro-Abonnent:innen ausgerollt, löste es innerhalb weniger Tage eine Nutzung aus, die alle Erwartungen übertraf. Bereits am 9. September hatte Sottiaux gewarnt, das Interesse übertreffe frühere, ohnehin schon explosive Markteinführungen; am Tag darauf wurden die Neuanmeldungen geschlossen.

Um sicherzustellen, dass unsere derzeitigen Nutzer:innen ein hervorragendes Erlebnis haben und weiterhin Zugang zu Astra erhalten, setzen wir die Anmeldungen für unseren 200-Dollar-Pro-Tarif vorübergehend aus.

Tibo Sottiaux, Produktverantwortlicher bei OpenAI

Wer betroffen ist – und wer nicht

Die Sperre betrifft nur Neukund:innen: Wer bereits Pro-Abonnent:in ist, behält uneingeschränkten Zugang zu Astra ohne zusätzliche Beschränkungen. Die günstigeren Tarife Go und Plus sowie die Unternehmenstarife Business und Enterprise und die API für Entwickler:innen bleiben vollständig geöffnet. OpenAI hat kein Datum für die Wiedereröffnung genannt, sondern lediglich erklärt, man baue Kapazität aus – weit entfernt von einem festen Zeitplan.

  • Betroffen: Neukund:innen, die ChatGPT Pro für 200 Dollar im Monat abonnieren wollen
  • Nicht betroffen: bestehende Pro-Abonnent:innen, die Tarife Go und Plus, Business und Enterprise
  • Nicht betroffen: Entwickler:innen, die das Modell über die API nutzen

Die Sperre eines Tarifs, bei dem das Unternehmen mit jedem Kunden Verluste macht, mag wie gesunder Menschenverstand wirken: Sam Altman hatte bereits im Januar 2025 eingeräumt, dass Pro-Abonnent:innen den Dienst so intensiv nutzten, dass OpenAI bei jedem Einzelnen draufzahlte – und nichts deutet darauf hin, dass sich diese Rechnung bei einem noch rechenintensiveren Modell umgekehrt hätte. Zugleich profitiert OpenAI auf andere Weise: Bei den Verbrauchertarifen Free, Plus und Pro werden Unterhaltungen standardmäßig zum Training künftiger Modelle genutzt, sofern Nutzer:innen dies nicht in den Einstellungen deaktivieren (Business- und Enterprise-Konten sowie die API sind ausgenommen). Eine intensive Astra-Sitzung könnte an Daten also mindestens so viel wert sein wie die Monatsgebühr.

Nicht das erste Mal, dass OpenAI bremst

Das Szenario ist nicht neu. Im November 2023, einen Tag nach der ersten Entwicklerkonferenz, hatte OpenAI bereits die Neuanmeldungen für ChatGPT Plus wegen der Nachfrage gestoppt und brauchte einen ganzen Monat, um sie wieder zu öffnen. Im vergangenen Juli erlebte das chinesische Start-up Moonshot AI mit seinem Modell Kimi K3 dasselbe: Die Abonnements wurden 48 Stunden nach dem Start eingefroren und später schrittweise wieder geöffnet, sobald neue Server eintrafen. Rechenknappheit macht offenbar vor niemandem halt.

Anthropic wählte den umgekehrten Weg

Angesichts derselben Kapazitätsengpässe trafen die Konkurrenten andere Entscheidungen. Anthropic ließ im Frühjahr alle Interessierten zu, verschärfte aber die Nutzungslimits von Claude – was im März und April zu Protesten unter Claude-Code-Nutzer:innen führte. Ende April räumte das Unternehmen drei technische Fehler ein, darunter eine Reduzierung der standardmäßigen Denkleistung zur Verkürzung der Antwortzeiten, beteuerte zugleich aber, seine Modelle nie absichtlich verschlechtert zu haben. Am 6. Mai unterzeichnete Anthropic mit SpaceX – das inzwischen auch xAI besitzt – einen Vertrag über mehr als 300 Megawatt und 220.000 Nvidia-GPUs und verdoppelte kurz darauf seine Nutzungslimits. Weder Google mit Gemini noch Anthropic mit Claude haben bislang eine vergleichbare Sperre ihrer teuersten Bezahltarife angekündigt – zwei entgegengesetzte Strategien angesichts derselben Chip-Knappheit.

Was das für Interessent:innen heute bedeutet

Für alle, die heute ChatGPT Pro abonnieren möchten, ist die Antwort eindeutig: Die Anmeldeseite ist geschlossen, ein Wiedereröffnungstermin ist nicht in Sicht. Wer jetzt zumindest teilweise auf Astra zugreifen will, bleibt nur der günstigere Plus-Tarif mit engeren Nutzungsgrenzen – oder das Warten auf die Wiedereröffnung von Pro. Wer bereits Pro-Abonnent:in ist, behält uneingeschränkten Zugang zu dem Modell, das laut OpenAI die AGI-Schwelle überschritten hat. Der Vorfall zeigt einmal mehr: Selbst bei einem so gut finanzierten Unternehmen wie OpenAI ist es die Rechenkapazität – und nicht die Nachfrage selbst –, die das Tempo begrenzt, mit dem sich KI-Dienste ausweiten lassen.

Quellen

  1. OpenAI: Neukunden-Sperre bei ChatGPT Pro wegen Run auf Astrat3n · 10. September 2026
  2. ChatGPT : OpenAI ne suit plus et suspend les abonnements Pro01net · 11. September 2026

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