Teslas Cybercab wächst auf 169 autorisierte Fahrzeuge nach einem holprigen ersten Monat in Austin
Ein Monat nach dem kommerziellen Start am 3. September in Austin ist die fahrerlose Cybercab-Flotte von Tesla auf 169 autorisierte Fahrzeuge angewachsen, gegenüber 45, trotz Beschwerden von Fahrgästen und einer NHTSA‑Audit‑Anfrage.

Austin, Texas – Am 4. Oktober 2026 kündigte Tesla an, dass sein Cybercab‑Dienst in Austin auf 169 Fahrzeuge, die für den kommerziellen Betrieb autorisiert sind, ausgeweitet wurde, ein signifikanter Anstieg gegenüber den 45 Einheiten, die beim kommerziellen Debüt am 3. September freigegeben wurden. Das Wachstum erfolgt nach einem turbulenten ersten Monat, in dem Fahrgäste und Behörden eine Reihe von betrieblichen und sicherheitsrelevanten Fragen aufwarfen. Die Zahlen stammen aus öffentlichen Aufzeichnungen von Texas und wurden zuerst von CNBC gemeldet, das die Einführung der zweisitzigen, vollständig fahrerlosen Taxis verfolgt hat. Tesla betrachtet die Einführung in Austin als Testfeld für ein nationales Robotaxi‑Netz, hat jedoch weder Umsatz‑ noch Auslastungskennzahlen für die Cybercab‑Flotte offengelegt.
Autoriserungen steigen nach holprigem Start
Laut denselben öffentlichen Aufzeichnungen aus Texas, die von CNBC zitiert werden, stieg die autorisierte Zahl von 45 beim Start auf 169 Anfang Oktober, was einem Anstieg von 275 Prozent innerhalb von nur vier Wochen entspricht. Die Eintragungen listen die Fahrzeugidentifikationsnummer jedes Fahrzeugs sowie das Datum, an dem die Erlaubnis zum Befördern von zahlenden Passagieren erteilt wurde. Tesla hat keine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht, die den genauen Zeitplan jeder Autorisierung bestätigt, aber die öffentliche Datenbank zeigt, dass die zusätzlichen 124 Einheiten schrittweise im September hinzugefügt wurden. Die rasche Expansion deutet darauf hin, dass das Unternehmen die staatlichen Mindestanforderungen an Sicherheit und Versicherung für jedes neue Cybercab erfüllt. Das Department of Motor Vehicles des Bundesstaates bearbeitet jede Autorisierung nach einer Sicherheitsprüfung, die eine Überprüfung der Softwareversion des Fahrzeugs und des Sensorsystems umfasst.
Wie sich das Cybercab von herkömmlichen Taxis unterscheidet
Das Cybercab ist ein eigens für diesen Zweck gebautes, zweisitziges Elektrofahrzeug, das jede manuelle Steuerung, die traditionell in einem Auto zu finden ist, weglässt. Es hat weder Lenkrad, Gaspedal noch Bremspedal, keine Seitenspiegel und sogar keine äußeren Türgriffe; die Passagiere steigen durch eine dachmontierte Luke ein, die automatisch öffnet, wenn das Fahrzeug ankommt. Tesla gibt an, dass das Fahrzeug auf ein Bündel von Kameras, Radar‑ und lidar‑abgeleiteten Sensoren sowie auf seinen proprietären Full‑Self‑Driving‑Computer (FSD) zurückgreift, um Stadtstraßen zu navigieren, Verkehrszeichen zu befolgen und präzise Ein‑ und Ausstiegsmanöver ohne menschliches Eingreifen auszuführen. Die Designphilosophie zielt darauf ab, den Innenraum zu maximieren und mechanische Komplexität zu reduzieren, entfernt jedoch jede unmittelbare manuelle Übersteuerungsmöglichkeit für die Insassen.
Berichte von Fahrgästen zeigen betriebliche Fehlfunktionen
Fahrgäste, die den Dienst im ersten Monat genutzt haben, beschrieben gemischte Erfahrungen. Mehrere Kunden berichteten, dass sie deutlich länger als das beworbene fünf‑Minuten‑Fenster warten mussten, wobei einige Fahrten während des Berufsverkehrs um 15 bis 20 Minuten verspätet waren. Andere gaben an, dass das Fahrzeug an der falschen Adresse ankam oder sie einen Block von ihrem Zielort absetzte, sodass sie zu Fuß zum Endpunkt gehen mussten. Eine Handvoll Nutzer beschwerten sich zudem über Tür‑ oder Kofferraummechanismen, die beim ersten Versuch nicht öffneten und sie zu einem Fern‑Reset zwangen. Trotz dieser Unannehmlichkeiten wurde bis Ende September weder ein signifikanter Zusammenstoß mit einem Cybercab noch bei den örtlichen Behörden noch bei der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) gemeldet.
Regulierungsbehörden, Wettbewerber und öffentliche Stimmung
Regulierungsbehörden haben die gemischte Leistung zur Kenntnis genommen. Anfang September stellte die NHTSA die Audit‑Anfrage AQ26002 an Tesla, in der detaillierte Antworten zu sicherheitsrelevanten Fragen zur Sensorredundanz, zu Not‑Stopp‑Verfahren und zu Datenaufzeichnungspraktiken verlangt wurden. Die Behörde verlängerte anschließend die Frist für Teslas Antwort, was signalisiert, dass die Untersuchung weiterhin offen ist. Im Gegensatz dazu hat Waymo, der am weitesten verbreitete Betreiber autonomer Fahrzeuge, bereits 1.154 autonome Autos in Texas autorisiert und berichtet laut eigenen Angaben über mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in den USA. Eine von CNBC zitierte Umfrage ergab, dass die Hälfte der US‑Befragten sich unwohl fühlt, in einem Robotaxi ohne manuelle Steuerungen zu fahren, was anhaltende Skepsis unterstreicht.
- Signifikante lange Wartezeiten
- Häufig falsche Abhol‑ oder Absetzorte
- Gelegentliche Fehlfunktionen beim Tür‑ oder Kofferraum‑Aktuator
- Bis dato keine gemeldeten Kollisionen
All die oben beschriebenen Daten stellen frühe Marktbeobachtungen dar und keine endgültige Sicherheitsbewertung. Die öffentlichen Aufzeichnungen bestätigen lediglich, dass die Fahrzeuge die staatliche Genehmigung erhalten haben; sie messen nicht die tatsächlich gefahrenen Meilen, Passagier‑Kilometer oder Vorfallsraten. Fahrgastbeschwerden, obwohl zahlreich, sind weitgehend anekdotisch und wurden nicht durch unabhängige Sicherheitsprüfungen bestätigt. Darüber hinaus beweist das Fehlen gemeldeter Kollisionen nicht, dass das System kollisionsfrei ist, insbesondere angesichts der begrenzten Stichprobengröße von einigen hundert Fahrten in einer einzigen Stadt. Analysten warnen daher, dass Schlussfolgerungen über die Gesamtsicherheit und Zuverlässigkeit des Cybercabs erst nach einer größeren Datenbasis und dem Ergebnis der noch ausstehenden NHTSA‑Audit‑Untersuchung gezogen werden können.
Die unmittelbare Konsequenz für Tesla besteht darin, die von den Fahrgästen aufgezeigten betrieblichen Fehlfunktionen zu beheben und gleichzeitig das regulatorische Audit zu erfüllen. Lösungen könnten Software‑Updates zur Verbesserung der Abhol‑Routenplanung, Verbesserungen der Tür‑Aktuator‑Logik und klarere On‑Board‑Benachrichtigungen für wartende Passagiere umfassen. Aus Marktsicht hebt der Kontrast zu Waymos ausgereifter Flotte den Wettbewerbsdruck für Tesla hervor, nicht nur die Anzahl autorisierter Fahrzeuge zu erhöhen, sondern auch die Zuverlässigkeit jeder Fahrt zu steigern. Das in der CNBC‑Umfrage festgestellte Unbehagen der Öffentlichkeit könnte zudem Stadtbehörden bei der Entscheidung beeinflussen, weitere Genehmigungen zu erteilen oder strengere Leistungskennzahlen vorzuschreiben.
Für die Zukunft sagt Tesla, dass es seine Antworten auf die NHTSA‑Audit‑Anfrage innerhalb der verlängerten Frist einreichen und eine Reihe von Over‑the‑Air‑Updates bereitstellen wird, die Wartezeiten reduzieren und Tür‑Betriebsfehler beheben sollen. Das Unternehmen plant außerdem, monatliche Leistungs‑Dashboards zu veröffentlichen, die Fahrtenzahlen, durchschnittliche Fahrtdauer und sicherheitsrelevante Vorfälle detailliert darstellen, um Transparenz zu erhöhen und das Vertrauen der Fahrgäste wiederherzustellen. Sollten die Updates wirksam sein und das NHTSA‑Audit ohne gravierende Befunde abgeschlossen werden, könnte Tesla weitere Genehmigungen in anderen texanischen Städten anstreben und damit die landesweite Robotaxi‑Einführung beschleunigen. Das Unternehmen hofft, dass die Maßnahmen auch die Stadtregulierungsbehörden zufriedenstellen und den Weg für eine breitere Einführung ebnen.
Quellen
- Tesla Cybercab pressure to expand after rocky first month in AustinCNBC · 3. Oktober 2026
- NHTSA audit query AQ26002NHTSA · 4. September 2026



