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SoftBank will Mehrheit am Heimroboter-Hersteller 1X übernehmen

SoftBank verhandelt laut The Information über eine Mehrheitsbeteiligung am norwegischen Humanoidenroboter-Hersteller 1X Technologies, der von OpenAI unterstützt wird. Ein Deal würde das Start-up mit rund 6 Milliarden Dollar bewerten.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 28. August 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Masayoshi Son, Vorsitzender der SoftBank Group, fotografiert im Mai 2025 am Hauptsitz des Konzerns in Tokio
European Communities, 2025 / EC - Audiovisual Service · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Laut einem Reuters-Bericht vom 26. August verhandelt die SoftBank Group über den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an 1X Technologies, einem von OpenAI unterstützten Entwickler humanoider Roboter. Ein Deal würde 1X mit rund 6 Milliarden Dollar bewerten. Das Fachmedium The Information berichtete zuerst über die Gespräche; Reuters erklärte, die Angaben nicht unabhängig bestätigen zu können.

SoftBank lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, und 1X reagierte nicht sofort auf die Bitte von Reuters um einen Kommentar. Die Gespräche laufen noch, und die Bedingungen könnten sich ändern, hieß es bei The Information. Sie folgen auf Gespräche zwischen OpenAI und 1X im vergangenen Jahr über eine mögliche Übernahme durch den ChatGPT-Hersteller, die letztlich zu keinem Abschluss führten.

Eine Bewertung, die in weniger als einem Jahr um mehr als ein Drittel sank

Auffällig an den Gesprächen ist der Rückgang der Bewertung. Vor weniger als einem Jahr versuchte 1X, bei einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar 1 Milliarde Dollar einzusammeln, erhielt laut The Information aber weniger als die Hälfte dieses Ziels. Die von SoftBank diskutierten 6 Milliarden Dollar liegen rund 40 Prozent unter dieser damaligen Zielbewertung. OpenAI hatte 2023 über seinen OpenAI Startup Fund gemeinsam mit Tiger Global und einer Gruppe norwegischer Investoren in 1X investiert.

Vom norwegischen Start-up zur Wette auf den Roboter im Haushalt

1X wurde 2014 in Moss, Norwegen, als Halodi Robotics gegründet und konzentrierte sich zunächst auf die Entwicklung von Androiden für Unternehmensanwendungen, bevor sich das Unternehmen 2023 in 1X umbenannte. Es ist heute zwischen Norwegen und Sunnyvale, Kalifornien, tätig und konzentriert sich auf verkörperte KI, bei der Maschinen lernen, mit physischen Umgebungen zu interagieren. CEO Bernt Øivind Børnich hat 1X in eine Richtung gelenkt, die sich von bekannteren humanoiden Konkurrenten unterscheidet: Während sich Teslas Optimus und Figure AI auf Fabrik- und Industrieanwendungen konzentrieren, setzt 1X darauf, dass humanoide Roboter irgendwann in den eigenen vier Wänden landen.

  • 2014 in Moss, Norwegen, als Halodi Robotics gegründet
  • 2023 in 1X umbenannt, strategischer Schwenk zum Haushaltsroboter
  • Flaggschiffprodukt: der zweibeinige Roboter Neo (faltet Wäsche, macht Kaffee, saugt Staub)
  • Neo Gamma, Anfang 2025 vorgestellt, mit gestrickter Nylonhülle zur Reduzierung von Verletzungsrisiken
  • Seit 2023 unterstützt vom OpenAI Startup Fund, Tiger Global und norwegischen Investoren

Das Flaggschiffprodukt von 1X, der zweibeinige Roboter Neo, ist für alltägliche Hausarbeiten wie das Falten von Wäsche, das Zubereiten von Kaffee und das Staubsaugen konzipiert. Der 2025 vorgestellte Nachfolger Neo Gamma umhüllt den Roboter mit einer weichen, gestrickten Nylonhülle, die das Verletzungsrisiko bei Kontakt in unkontrollierten Umgebungen mit Kindern, Haustieren und Möbeln verringern soll. 1X testet die Roboter in echten Haushalten und setzt dabei auf Teleoperation als Absicherung, während die Autonomie schrittweise erhöht wird.

SoftBank baut seine Robotik-Wette aus

Die berichteten Gespräche über 1X fügen sich in eine viel größere Robotik-Strategie von SoftBank ein. Die japanische Investmentgruppe hatte im vergangenen Jahr vereinbart, das Robotikgeschäft des Schweizer Technologiekonzerns ABB für 5,4 Milliarden Dollar zu übernehmen, und damit industrielle Robotik zu einem Portfolio hinzugefügt, das sich zunehmend auf KI-Infrastruktur und Automatisierung konzentriert. Ein Deal für 1X würde SoftBank über die Fabrikhalle hinaus in den weit weniger erprobten Markt des Zuhauses führen. Unter der Führung von Masayoshi Son scheint SoftBank bereit, Milliarden auszugeben, bevor überhaupt feststeht, welche humanoide Architektur, welches KI-System oder welches Geschäftsmodell sich am Ende durchsetzt.

Die Gespräche laufen noch, und die Bedingungen könnten sich ändern.

The Information, über die Gespräche zwischen SoftBank und 1X

Der Markt für humanoide Haushaltsroboter ist weit weniger erprobt als die Industrierobotik, die bereits ein etabliertes Geschäft ist. Noch kein Unternehmen hat einen Allzweckroboter geliefert, der sich sicher durch Millionen Haushalte bewegen kann, umgeben von Kindern, Haustieren, Möbeln und Menschen. Analysten sehen in der auf den Haushalt fokussierten Strategie von 1X gerade wegen dieses Risikos die größte potenzielle Trophäe für SoftBank: Der Markt ist unbewiesen, aber sein Deckel ist es ebenso.

Für deutsche und europäische Robotik- und KI-Unternehmen ist SoftBanks Bereitschaft, Milliarden auf eine noch unbewiesene Kategorie zu setzen, selbst schon ein Signal: Kommt der Deal zustande, würde er humanoide Haushaltsroboter als ernsthafte kommerzielle Kategorie statt als Forschungskuriosität bestätigen und könnte Investitionen entlang der gesamten Lieferkette aus Aktuatoren, Sensoren und KI-Chips für den Geräteeinsatz beschleunigen, auf die jeder Allzweck-Haushaltsroboter angewiesen ist.

Quellen

  1. SoftBank in talks to buy stake in 1X at $6 billion valuation, The Information reportsReuters (via The Star) · 27. August 2026
  2. SoftBank in talks to buy a majority stake in humanoid robot startup 1X at $6 billion valuationTech Startups · 27. August 2026

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