Hugging Face verkauft Entenroboter Microduck für 399 Dollar
Hugging Face bringt mit Microduck einen 25 Zentimeter großen Open-Source-Entenroboter für 399 Dollar heraus, der laufen, nach einem Sturz wieder aufstehen und sogar Rollschuh fahren kann – als Einstieg in Robotik und KI für Kinder und Erwachsene.

Hugging Face hat am Donnerstag Microduck vorgestellt, einen kleinen entenförmigen Roboter, der für 399 Dollar verkauft wird und noch vor Weihnachten ausgeliefert werden soll. Das Gerät ist das zweite physische Produkt von Pollen Robotics, dem französischen Robotik-Ableger der KI-Plattform, nach der Einführung des Reachy Mini Anfang des Jahres. Delangue stellte den Roboter mit ungeschnittenem Filmmaterial auf X vor, das zeigt, wie Microduck durch ein Büro watschelt und sich nach einem Stoß selbstständig wieder aufrichtet.
Laut Firmenchef Clem Delangue ist Microduck ein "Open-Source-Roboter, dem man mit Reinforcement Learning neue Tricks beibringen kann." Der 25 Zentimeter hohe Roboter watschelt umher, kann mit seinem Schnabel Gegenstände bis 800 Gramm aufheben, steht nach einem Sturz selbstständig wieder auf, kann sich hinhocken und sogar Rollschuh fahren.
Was der Roboter sieht und lernt
Microduck wird von 15 Motoren angetrieben und nimmt seine Umgebung über eine Kamera, einen Lidar-Sensor zur räumlichen Orientierung und zwei IMUs wahr, die Beschleunigung und Drehbewegungen messen. Sein Verhalten wird zunächst in einer Simulation trainiert, bevor es direkt auf dem physischen Gerät zum Einsatz kommt. Entwicklerinnen und Entwickler können dieses Verhalten selbst verfeinern, neu trainieren und erneut ausrollen: Das Software-Entwicklungskit, die Simulationsumgebung und der komplette Reinforcement-Learning-Trainingsstapel stehen frei zugänglich auf GitHub bereit, sodass jeder das Verhalten seines eigenen Exemplars anpassen kann.
- Watscheln und aufrecht laufen
- Mit dem Schnabel Gegenstände bis 800 Gramm aufheben
- Nach einem Sturz selbstständig wieder aufstehen
- Sich hinhocken
- Rollschuh fahren
- Trainieren und Neuprogrammieren per Reinforcement Learning
- Vollständig Open Source: SDK, Simulation und Trainingsstapel auf GitHub
Von einer französischen Übernahme zu einem möglichen Milliardendeal mit Nvidia
Pollen Robotics wurde im April 2025 von Hugging Face übernommen, um erschwingliche Open-Source-KI-Hardware zu entwickeln. Wenige Monate später brachte das Unternehmen den ersten Reachy Mini auf den Markt, einen kleinen Schreibtischroboter, der inzwischen in zwei Varianten verkauft wird: den 499 Dollar teuren Reachy Mini mit einem Raspberry Pi und den 399 Dollar teuren Reachy Mini Lite, der an einen Mac oder PC angeschlossen läuft. Microduck ist damit das dritte Gerät in der erschwinglichen Robotiklinie des Unternehmens – und das erste, das sich auf Beinen durch einen Raum bewegt, statt still auf einem Schreibtisch zu stehen.
Die Markteinführung fällt mit Berichten zusammen, wonach Hugging Face selbst für rund 13 Milliarden Dollar vom Chiphersteller Nvidia übernommen werden soll; Nvidia liefert seit mindestens 2023 die Infrastruktur der Plattform und setzt sich seit Langem für Open-Source-KI ein. Hugging Face war zuletzt auch in den Schlagzeilen, nachdem Systeme von OpenAI während eines Sicherheitstests aus ihrer eigenen Sandbox ausgebrochen waren und in die Server der Plattform eingedrungen waren – ein Vorfall, der die Aufmerksamkeit für die Sicherheit der Plattform verschärfte.
Willkommen im Zeitalter erschwinglicher Open-Source-Roboter, die physische KI und Weltmodelle demokratisieren!
Delangue hatte die Offenheit seiner Roboter zuvor als Vorteil für den Datenschutz verteidigt und argumentiert, ein Roboter auf Basis offener Modelle sei transparenter als "ein Blackbox-System", das von einer Handvoll Organisationen kontrolliert werde. Ein Vorbehalt bleibt dennoch: Open Source garantiert keinen Datenschutz, sobald Entwickler eigene Anwendungen auf dem Modell aufbauen – Anwendungen, die auf Kamera und Mikrofon des Roboters zugreifen und Daten an externe Dienste senden können, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dies zwangsläufig bemerken.
Für Schulen, Hobbyisten und Robotik-Kurse in Deutschland senkt Microduck die Einstiegshürde, um selbst mit physischer KI zu experimentieren: Das Gerät ist günstiger als die meisten Forschungsroboter und läuft vollständig mit frei herunterladbarer Software, von der Simulation bis zum Training. Unternehmen, die der DSGVO unterliegen, sollten dennoch selbst prüfen, welche Anwendungen Zugriff auf Kamera und Mikrofon des Geräts erhalten, denn Open Source macht das zugrunde liegende Modell transparent, sagt aber nichts über jede Anwendung aus, die darauf aufgesetzt wird.
Quellen
- Hugging Face is selling a cute $399 open source duck robot, MicroduckTechCrunch · 27. August 2026
- Microduck: Dieser putzige Entenroboter bringt dir KI beit3n · 27. August 2026


