Googles KI-Modus verfolgt jetzt Flugpreise und bucht Hotels
Google erweitert den KI-Modus, seine dialogbasierte Suche, um Flugpreis-Tracking, Hotelbuchung im Chat und Preise in Punkten oder Meilen — ein Schritt, der Search zu einem KI-Reisebüro macht.

Google hat am 27. August 2026 neue Wege angekündigt, Reisen über den KI-Modus zu planen und zu buchen. Der KI-Modus ist die in die Google-Suche integrierte dialogbasierte Sucherfahrung, mit der Nutzer Reisefragen in Alltagssprache stellen können, statt Schlagworte einzugeben. Mit dem Update lassen sich Flugpreise verfolgen, Hotels buchen und die Kosten von Flügen und Hotels in Punkten oder Meilen anzeigen — alles, ohne den Chat zu verlassen. Wie Aisha Malik von TechCrunch am selben Tag berichtete, zeigen die Änderungen, dass Google den KI-Modus zu einer Art KI-Reisebüro machen will, das nicht mehr nur beim Finden von Informationen hilft, sondern Teile der Planungs- und Buchungsprozesse selbst übernimmt.
Flugpreise verfolgen, ohne den Chat zu verlassen
Laut Googles offizieller Ankündigung, veröffentlicht von James Byers, Group Product Manager für Search, im firmeneigenen Blog, können Nutzer nun beschreiben, wann und wohin sie fliegen möchten, woraufhin der KI-Modus die besten Optionen mit den aktuellsten Preisen von mehr als 300 Partner-Airlines und Reiseseiten anzeigt. Wer bereit zum Buchen ist, kann eine komplette Reiseroute direkt im KI-Modus zusammenstellen. Wer lieber abwarten möchte, sagt einfach etwas wie „verfolge diese Flugpreise für mich“; nach Bestätigung schickt Google eine E-Mail, sobald sich die Preise für das eingegebene Ziel und die Daten ändern — damit wird die bestehende Preis-Tracking-Funktion von Google Flights direkt in die Chat-Oberfläche eingebettet. Das Flugpreis-Tracking im KI-Modus ist inzwischen in mehr als 180 Ländern und Territorien verfügbar.
Ein Hotel mitten im Gespräch buchen
Die Hotelbuchung funktioniert nach demselben dialogbasierten Prinzip: Nutzer erzählen dem KI-Modus von ihrer bevorstehenden Reise und ihren Hotelpräferenzen und erhalten dafür eine Liste von Optionen samt Gästebewertungen und wichtigen Vergleichskriterien. Sobald ein Hotel ausgewählt ist, kann der Nutzer den KI-Modus bitten, die Buchung abzuschließen, indem er „Weiter bei Google“ wählt — eine Option, die neben Googles integrierten Buchungspartnern erscheint. Von dort geht es weiter zur Auswahl des Zimmertyps, zur Prüfung von Details wie der Stornobedingung, und zum Abschluss der Buchung über Google Pay. Google betont, dass das Hotel oder die Buchungsplattform selbst als offizieller Verkäufer auftritt und jeglichen Kundenservice rund um den Aufenthalt übernimmt — Google selbst verkauft das Zimmer nicht.
Die Hotelbuchung über den KI-Modus wird bislang nur in den USA und vorerst nur auf Englisch ausgerollt. Google kündigt an, dies „in den kommenden Wochen“ mit folgenden Startpartnern auszuweiten:
- Booking.com
- Choice Hotels International
- Expedia
- Hilton
- Hotels.com
- IHG Hotels & Resorts
- Marriott International
- Priceline
- Trip.com
- Wyndham Hotels & Resorts
Preise in Punkten und Meilen vergleichen
Der KI-Modus kann die Kosten einer Reise nun auch in Bonuspunkten oder Flugmeilen statt in Geld anzeigen. Das Beispiel, das Google nennt, ist aufschlussreich: Ein Nutzer könnte etwa fragen „Ich möchte mit meinen AA-Meilen von Atlanta nach Miami reisen — hilf mir, Nonstop-Flüge mit Abflug am 9. Oktober und Rückflug am 12. Oktober zu finden“, und der KI-Modus zeigt anhand von Daten, die direkt von den teilnehmenden Vielfliegerprogrammen stammen, wie viele Meilen für passende Flüge benötigt werden. Für Hotels funktioniert es genauso: Nutzer geben Ziel, Reisedaten und bevorzugtes Bonusprogramm an, um die Punktekosten zu sehen, und folgen dann einem Link zur Seite des Partners, um die Einlösung abzuschließen. Anders als die Hotelbuchung ist diese Punkte-und-Meilen-Ansicht von Anfang an weltweit verfügbar, zunächst mit Alaska Airlines und Hawaiian Airlines, American Airlines, Choice Hotels International, Hilton und Wyndham Hotels & Resorts; Accor, Flying Blue, Hyatt, LATAM Airlines und die Lufthansa Group sollen in den kommenden Wochen hinzukommen.
Die drei Neuerungen bauen auf Funktionen auf, die der KI-Modus bereits bot, etwa den Echtzeitvergleich von Flügen und Hotels und das Erstellen einer kompletten Reiseroute aus einem einzigen Gespräch heraus. Zusammengenommen drängt Search damit weiter in ein Terrain vor, das lange von spezialisierten Reisebüros, Preisvergleichsseiten sowie eigenen Apps von Fluggesellschaften und Hotelketten besetzt war — wobei Google als Schnittstelle fungiert, die Buchungen mit seinem bestehenden Werbe- und Zahlungsgeschäft über Google Pay verknüpft.
Für Reisende und Reiseunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Rollout vorerst ungleichmäßig: Das Flugpreis-Tracking und die Punkte-und-Meilen-Ansicht sind bereits in fast allen Ländern verfügbar, in denen der KI-Modus läuft — bei Ersterem in mehr als 180 —, doch die Hotelbuchung im Chat selbst bleibt beim Start auf die USA und Englisch beschränkt, ohne angekündigtes Datum für andere Märkte oder Sprachen. Online-Reisebüros, Hotelketten und Vielfliegerprogramme tun gut daran zu beobachten, welche Buchungs- oder Einlöseabläufe Google als Nächstes in „Weiter bei Google“ integriert — denn diese Integration, nicht die Chat-Oberfläche selbst, wird darüber entscheiden, ob der KI-Modus ihr Geschäft ergänzt oder ihm Konkurrenz macht.
Quellen
- Google's AI Mode can now track flight prices, help book hotels, and moreTechCrunch · 27. August 2026
- How to book travel with AI Mode in Google SearchGoogle · 27. August 2026



