Gartner erhöht weltweite KI‑Ausgaben‑Prognose auf 2,7 Billionen Dollar für 2026
Gartner rechnet für 2026 mit globalen KI‑bezogenen Ausgaben von 2,7 Billionen Dollar – ein Anstieg von 49,5 % gegenüber dem Vorjahr, getrieben durch starke Nachfrage nach KI‑optimierter Infrastruktur und kleineren, integrierten KI‑Projekten.

Gartner hat in seiner neuesten Marktprognose angekündigt, dass die weltweiten Ausgaben für Technologien der Künstlichen Intelligenz im Jahr 2026 die Marke von 2,7 Billionen US‑Dollar überschreiten werden. Dieser Betrag entspricht einem bemerkenswerten Zuwachs von 49,5 % im Vergleich zu den Ausgaben des Vorjahres 2025 und stellt damit das schnellste jährliche Wachstum dar, das Gartner seit Beginn der systematischen Verfolgung von KI‑Investitionen verzeichnen kann.
Der Anstieg ist jedoch nicht gleichmäßig über alle Teilsegmente der KI‑Branche verteilt. Gartner hebt besonders die anhaltend hohe Nachfrage nach Infrastructure‑as‑a‑Service‑Plattformen (IaaS), die speziell für rechenintensive KI‑Workloads konzipiert sind, sowie nach leistungsstarken Servern, modernen Netzwerkgeräten, spezialisierten Halbleitern und Edge‑Geräten hervor. Diese Nachfrage bleibt robust, obwohl die globale Wirtschaft mit breiteren makroökonomischen Belastungen konfrontiert ist.
Infrastruktur‑Nachfrage übertrifft Preisdruck
Ein überraschendes Ergebnis der Analyse ist, dass steigende Preise für Speicherkomponenten nur begrenzte Auswirkungen auf die Beschaffung von KI‑Infrastruktur haben. Gartner führt dies auf die strategische Priorität zurück, die Unternehmen der Aufrechterhaltung ausreichender Rechenkapazitäten für das Training und die Inferenz von KI‑Modellen beimessen. Kurzfristige Kostenschwankungen werden daher von der langfristigen Notwendigkeit, leistungsfähige Infrastruktur bereitzustellen, überlagert.
Software‑Anbieter reagieren auf diesen Trend, indem sie zunehmend agentenbasierte KI‑Funktionen direkt in ihre bestehenden Produktportfolios integrieren. Dieser Schritt soll Marktanteile sichern und gleichzeitig das Aufkommen von funktionsübergreifenden KI‑Agenten eindämmen, die traditionelle Softwaregrenzen umgehen und damit etablierte Geschäftsmodelle gefährden könnten.
Generative KI erreicht das ‚Tal der Enttäuschung‘
Gartner positioniert die generative KI im Jahr 2026 im sogenannten Tal der Enttäuschung. Das bedeutet, dass der anfängliche Hype um großskalige Sprach‑ und Bildgeneratoren abklingt und die Erwartungen an diese Technologien deutlich zurückgehen. Stattdessen beobachtet das Unternehmen einen klaren Übergang zu einfacheren, aufgabenspezifischen KI‑Funktionen, die in bereits von Unternehmen genutzter Software eingebettet werden.
Infolgedessen verändert sich das Beschaffungsverhalten der Unternehmens‑Käufer. Anstatt große Beratungsfirmen für umfassende digitale Transformationsprojekte zu beauftragen, setzen sie vermehrt auf kleinere, zielgerichtete Initiativen, bei denen KI‑Funktionen in bestehenden Anwendungen aktiviert und genutzt werden.
Wachstum von Entwicklungsplattformen und generativen Modellen
Gartner prognostiziert, dass Plattformen zur Entwicklung von KI‑Anwendungen im Jahr 2026 ein jährliches Wachstum zwischen 28 % und 39 % verzeichnen werden. Parallel dazu soll der Markt für generative Modelle von 110 % auf 117 % im Jahresvergleich ansteigen. Diese beiden Zahlen verdeutlichen einen doppelten Trend: einerseits ein rasantes Wachstum der Werkzeuge, die die Erstellung von KI‑Lösungen ermöglichen, andererseits ein moderater, aber dennoch signifikanter Anstieg der zugrunde liegenden Modell‑Fähigkeiten.
- KI‑optimierte IaaS‑Dienste
- Leistungsstarke Server und Netzwerkgeräte
- Spezialisierte Halbleiter für Inference
- Edge‑Geräte mit On‑Device‑KI‑Beschleunigung
Gartner geht zudem davon aus, dass kombinierte Transformations‑Dienstleistungen und indirekte KI‑Projekte bis zum Jahr 2030 Einnahmen in Höhe von 1,2 Billionen US‑Dollar generieren könnten. Diese langfristige Perspektive legt nahe, dass im Jahr 2026 vor allem Infrastruktur‑Ausgaben und inkrementelle Software‑Verbesserungen dominieren werden, während sich der Markt später zu einem umfassenderen Ökosystem aus strategischen Veränderungs‑ und taktischen KI‑Implementierungen entwickeln dürfte.
Wichtig ist zu betonen, dass es sich bei den genannten Zahlen um zukunftsgerichtete Schätzungen handelt und nicht um bereits realisierte Ausgaben. Gartner warnt Unternehmen, klar zwischen der gekauften Kapazität, der tatsächlichen Nutzung dieser Kapazität und dem messbaren geschäftlichen Nutzen von KI‑Initiativen zu unterscheiden.
Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ergeben sich aus der Prognose konkrete Handlungsfelder: Das Budget sollte vorrangig für KI‑bereite Infrastruktur reserviert werden, bestehende Softwarelösungen auf integrierte KI‑Funktionen geprüft werden, bevor neue Werkzeuge angeschafft werden, und kleinere, wertorientierte KI‑Projekte geplant werden, die schrittweise skaliert werden können.
Ein tiefes Verständnis der Differenz zwischen prognostizierten Ausgaben und dem realen Verbrauch ermöglicht es CIOs, Ressourcen effizienter zu verteilen und eine Überinvestition in von Hype getriebene Technologien zu vermeiden. So können Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI‑Strategie sowohl finanziell nachhaltig als auch operativ wirksam bleibt.
Zusammengefasst bedeutet die Gartner‑Prognose für den deutschen Markt, dass die Priorisierung von Infrastruktur‑Investitionen, die gezielte Integration von KI‑Funktionen in bestehende Systeme und die Durchführung von überschaubaren, geschäftsrelevanten Projekten die Schlüsselkomponenten einer erfolgreichen KI‑Roadmap darstellen.
Abschließend lässt sich festhalten, dass die kommenden Jahre von einer intensiven Konsolidierung der KI‑Ausgaben geprägt sein werden. Unternehmen, die frühzeitig auf die genannten Trends reagieren und ihre Investitionen strategisch ausrichten, werden langfristig einen klaren Wettbewerbsvorteil erzielen.
Quellen
- Gartner Forecasts Worldwide AI Spending to Grow 49.5% in 2026Gartner · 16. September 2026
- Gartner verwacht dat wereldwijde AI-uitgaven in 2026 met 49,5 procent groeienEmerce · 18. September 2026



