Anthropic veröffentlicht drei Kennzahlen zu Claudes Anteil an F&E, Agenten‑Aufsicht und Sicherheits‑Rechenleistung
Anthropic hat am 17. September 2026 drei interne Kennzahlen veröffentlicht, die Claudes Beitrag zur Forschung, das Ausmaß der Agenten‑Aufsicht und den Anteil der Rechenleistung für Sicherheit quantifizieren – ein erster Benchmark für KI‑Labore.

Am 17. September 2026 hat das KI‑Forschungsunternehmen Anthropic drei interne Kennzahlen veröffentlicht, die das Tempo der KI‑Entwicklung in führenden Laboren quantifizieren sollen. Diese Kennzahlen decken drei zentrale Dimensionen ab: den Anteil der Forschungs‑ und Entwicklungsarbeit, die direkt vom Flaggschiff‑Modell Claude gesteuert wird, die Zahl autonomer Agenten, die auf Anthropics interner Plattform aktiv sind, sowie den Prozentsatz der für Sicherheit reservierten Rechenleistung. Die Veröffentlichung stellt einen ersten Versuch dar, Benchmarks zu schaffen, die bislang in der Branche kaum öffentlich zugänglich waren.
Claudes Anteil an der F&E‑Arbeit
Den firmeneigenen Daten zufolge führt Claude aktuell 26 % der gemessenen Forschungs‑ und Entwicklungsarbeitslast an. In der Praxis bedeutet das, dass das Modell eine hochrangige Anweisung erhält, den Großteil einer Aufgabe von der Konzeption bis zur Ausführung zu übernehmen und das Ergebnis anschließend einem menschlichen Prüfer zur Validierung zu übergeben.
Anthropic betont zudem, dass Claude zu über 90 % der gemessenen F&E‑Arbeit beiträgt, obwohl das Modell niemals vollständig autonom an einem bewerteten Arbeitsabschnitt arbeitet. Diese Unterscheidung sei wichtig, weil das Modell zwar den Kern einer Aufgabe übernehmen kann, die endgültige Verantwortung jedoch stets bei menschlichen Aufsehern verbleibe.
Historische Referenzpunkte illustrieren ein rasches Wachstum. Im Februar 2026 wurde der Kennwert für Claude‑gesteuerte Arbeit mit null angegeben. Im März 2026 lag er laut Bright bei 1 %. Der September‑2026‑Wert von 26 % spiegle demnach einen steilen Anstieg wider, wobei die beiden früheren Zahlen mit einer anderen Methodik ermittelt wurden und nicht direkt mit den neuesten Daten vergleichbar sind.
Umfang der Agenten‑Aufsicht
Anthropics interne Plattform beherbergt etwa 30 000 Agenten, die gleichzeitig Forschungs‑ und Ingenieuraufgaben erledigen. Diese Agenten werden von einer Claude‑Version überwacht, die jede Arbeitseinheit nach der Epoch‑AI‑Automatisierungsskala klassifiziert, woraufhin Menschen die Klassifikationen prüfen und bei Bedarf korrigieren.
Laut einem Bericht von Bright wurden im August mehr als eine Milliarde Entscheidungen vom System getroffen, und nur etwa eine Entscheidung von 47 000 durch interne Sicherheitsprüfungen blockiert. Diese Zahl stammt aus Anthropics internen Kontrollen und verdeutlicht die niedrige Rate manueller Eingriffe im großen Maßstab.
Rechenleistung für Sicherheit
Ein Snapshot vom 13. bis 20. Juli 2026 zeigt, dass 6 % der gesamten für KI‑F&E bereitgestellten Rechenleistung sicherheitsbezogenen Aktivitäten zugewiesen sind. Beschränkt man die Rechenleistung auf den Teil der F&E, der von KI‑Systemen durchgeführt wird, steigt der Sicherheitsanteil auf 12 %.
Anthropic betont, dass alle drei Kennzahlen mit firmeneigenen Daten und Modellen erzeugt wurden. Sie sollen als Ausgangspunkt für die branchenweite Diskussion dienen, sind jedoch noch nicht von externen Prüfern validiert und beanspruchen nicht, universelle Fortschrittsmaße zu sein.
- Claude führt 26 % der gemessenen F&E‑Arbeit an
- Claude trägt zu über 90 % der gemessenen F&E‑Aufgaben bei
- 30 000 Agenten laufen gleichzeitig auf der internen Plattform
- 6 % der Gesamt‑F&E‑Rechenleistung, 12 % der KI‑gesteuerten F&E‑Rechenleistung, für Sicherheit reserviert
Die Veröffentlichung dieser Kennzahlen signalisiert Anthropics Versuch, mehr Transparenz in ein Feld zu bringen, in dem interne Benchmarks selten geteilt werden. Durch die Quantifizierung von Claudes Rolle liefert das Unternehmen einen konkreten Datenpunkt, der mit anderen Laboren, die groß angelegte, modell‑unterstützte Forschung betreiben, verglichen werden kann.
Für deutschsprachige Unternehmen bedeutet das praktisch, dass die Kennzahlen eine Vorlage bieten, um zu verfolgen, wie viel des eigenen F&E‑Portfolios automatisiert wird, wie viele autonome Agenten im Einsatz sind und welcher Anteil der Rechenleistung für Sicherheitszwecke reserviert wird. Unternehmen können ähnliche Messrahmen übernehmen, die Automatisierungsskala anpassen und interne Schwellenwerte für menschliche Prüfungen auf Basis der gemeldeten niedrigen Blockierungsrate von Anthropic festlegen.
Zusammenfassend liefern Anthropics drei Kennzahlen einen messbaren Überblick über KI‑gesteuerte Forschung in einem führenden Labor. Obwohl die Zahlen intern bleiben und noch externer Verifizierung bedürfen, bieten sie anderen Firmen eine Referenz für den Aufbau eigener Dashboards, die Kalibrierung von Human‑in‑the‑Loop‑Prozessen und die Sicherstellung, dass Sicherheit ein sichtbarer Teil des Rechenbudgets bleibt.
In der Praxis können Unternehmen die 26‑Prozent‑Marke als Ausgangspunkt nutzen, um den Beitrag ihrer eigenen KI‑Modelle zur F&E‑Arbeit zu bewerten, während die 30 000‑Agenten‑Zahl als Hinweis auf die Skalierbarkeit autonomer Systeme dient. Der Sicherheitsanteil von 6 % bzw. 12 % liefert ein Benchmark‑Ziel, um sicherzustellen, dass ein angemessener Teil der Rechenressourcen für Risikomanagement reserviert ist.
Abschließend lässt sich sagen, dass diese ersten internen Metriken von Anthropic nicht nur intern Orientierung bieten, sondern auch als Katalysator für eine breitere Diskussion über Transparenz, Messbarkeit und Verantwortlichkeit in der KI‑Forschung dienen können. Die Branche wird beobachten, ob weitere Laboratorien ähnliche Daten veröffentlichen und damit einen neuen Standard für die quantitative Bewertung von KI‑Entwicklungsprozessen etablieren.
Quellen
- Anthropic shares 3 metrics to help AI companies monitor pace of developmentCNBC · 17. September 2026
- Anthropic revela três métricas para medir o ritmo da corrida da IAOlhar Digital · 17. September 2026
- AI bouwt AI: Claude leidt al een kwart van het werk aan zijn opvolgerBright · 18. September 2026



