DLSS 5 geleakt: Modder bringen Nvidias neuen KI-Upscaler vor dem offiziellen Start zum Laufen
Eine versteckte Datei in NBA 2K27 enthüllte eine Testversion von DLSS 5. Modder brachten sie in Control, Skyrim und Final Fantasy VII Rebirth zum Laufen, mit fast halbierter Bildrate auf einer RTX 5070 Ti.

Eine Datei namens "nvngx_dlssnr.dll" wurde in der Early-Access-Version von NBA 2K27 entdeckt und enthüllte damit eine Testversion von DLSS 5, der nächsten Generation von Nvidias KI-Upscaling-Technologie. Innerhalb weniger Stunden hatte die Modding-Community RenoDX die Dateien extrahiert und das Tool in Control, dem Spiel von Remedy Entertainment, zum Laufen gebracht. Der Filter wanderte anschließend auch in Skyrim und Final Fantasy VII Rebirth, wo das Gesicht von Held Cloud durch das generative Rendering verändert wird – mit einem Ergebnis, das mehrere Beobachter, darunter Kotaku, als misslungen bezeichneten.
Wie die Modder es zum Laufen brachten
In seinem eigenen Mod-Tool hat die RenoDX-Community einen Schalter namens "Neural Uplift" eingebaut, der den Eingriff von DLSS 5 auf das Bild aktiviert oder deaktiviert. Darunter erlauben Schieberegler die Wahl eines Presets, eines Stils und einer Intensität für dieses generative Rendering. Diese Feinabstimmung zeigt genau, wie tief DLSS 5 in die Optik eines Spiels eingreifen kann, weit über eine reine Schärfeverbesserung hinaus: Figuren, Texturen und Beleuchtung werden vom Modell komplett neu berechnet. Schon das erste Präsentationsvideo von Nvidia im März 2026 hatte die Mehrheit der Spielerinnen und Spieler nicht überzeugt, die ein künstliches Ergebnis befürchteten.
Eine fünf Monate alte Kontroverse
DLSS, kurz für Deep Learning Super Sampling, ist Nvidias hauseigene Technik, die die Bildrate erhöht, indem sie die künstliche Intelligenz einen Teil des dargestellten Bildes rekonstruieren lässt – dabei soll das Bild möglichst wenig verändert werden. Die im März 2026 vorgestellte Version 5 verschiebt dieses Gleichgewicht: Sie führt einen generativen Rendering-Modus ein, der das bereits berechnete Bild nachbearbeitet, um dessen Optik zu "bereichern", inklusive Spielfiguren und Umgebungen. Schon bei der Vorstellung sprach ein Teil des Publikums von einem KI-Breifilter. Nvidia-Chef Jensen Huang entgegnete, die Kritiker lägen "vollkommen falsch", und verwies auf die Unterstützung von Capcom und Bethesda für die "künstlerische Kontrolle", die das Werkzeug den Studios lassen soll, die selbst über die Intensität des Effekts in ihrem Spiel entscheiden. Ein Detail sei hier in Erinnerung gerufen: Die durch den DLSS-5-Filter gejagten Bilder aus Final Fantasy VII Rebirth stammen nicht aus einer von Square Enix betreuten Umsetzung. Die Entwickler des Spiels konnten die Implementierung selbst nicht anpassen, was das von Spielerinnen und Spielern bemängelte Ergebnis zum Teil erklärt.
Der Preis in Sachen Leistung
Dieses Leak zeigt mehr als nur misslungene Gesichter: Es liefert den ersten Einblick in die tatsächlichen Kosten von DLSS 5 außerhalb der von Nvidia kontrollierten Bedingungen. Auf einer RTX 5070 Ti maß das Portal TechTimes bei aktiviertem generativem Modus in 4K einen Einbruch von 71 auf 35 Bilder pro Sekunde – fast eine Halbierung. Das Modell läuft vollständig lokal auf dem Grafikchip, ohne die Cloud zu nutzen, was auch die Größe der extrahierten Datei erklärt: 158 Megabyte an Parametern, direkt in die Bibliothek eingebettet. Bislang funktioniert das Tool nur auf Karten der Blackwell-Generation, also der RTX-50-Serie von Nvidia – ältere Karten haben keinen Zugriff darauf.
Was dieser gestohlene Test zeigt
- Gefundene Datei: "nvngx_dlssnr.dll", extrahiert aus der Testversion von NBA 2K27
- Bereits modifizierte Spiele: Control, Skyrim, Final Fantasy VII Rebirth
- Von TechTimes gemessener Leistungsverlust: von 71 auf 35 Bilder pro Sekunde in 4K auf einer RTX 5070 Ti
- Größe des eingebetteten Modells: 158 Megabyte, vollständig lokale Berechnung auf der Grafikkarte
- Bislang kompatible Karten: nur die RTX-50-Generation (Blackwell)
Eine gestohlene Version, nicht das fertige Produkt
Es handelt sich um eine unfertige Version, die von Moddern gewaltsam extrahiert wurde, bevor sie offiziell von den Studios integriert wurde. Nvidia hat weder diese Leistungszahlen noch die genaue von den Moddern getestete Konfiguration bestätigt, und der offizielle Start von DLSS 5 ist weiterhin für den Herbst 2026 geplant. Ein endgültiges Urteil über die Technik, sowohl zur Bildqualität als auch zur Leistung, muss deshalb noch einige Wochen warten, bis das Tool in der von Nvidia und den Partnerstudios freigegebenen Version erscheint.
Was das für deutsche Spielerinnen, Spieler und Studios ändert
Für deutsche Spielerinnen, Spieler und Studios liefert dieses Leak einen nützlichen Vorgeschmack: Es bestätigt, dass der generative Modus von DLSS 5 einen echten Leistungspreis hat und dass sein Ergebnis stark davon abhängt, wie viel Kontrolle die Entwicklerinnen und Entwickler ihm überlassen – ein heikler Punkt für deutsche Studios, die auf dem PC mit Nvidia-Hardware arbeiten, von großen Publishern bis zu Indie-Teams mit Unreal Engine. Der Fall erinnert außerdem daran, dass die Technik vorerst nur Besitzerinnen und Besitzern der neuesten RTX-50-Karten vorbehalten bleibt, noch immer ein kleiner Teil des installierten Bestands in Deutschland. Wer eine ältere Generation besitzt, muss sich gedulden oder sich mit früheren DLSS-Versionen begnügen, während Nvidia bis zum Herbst weiter an dem Werkzeug feilt.
Quellen
- DLSS 5 : les moddeurs s'emparent d'une version de test et relancent la polémique sur l'IA de NvidiaFrandroid · 29. August 2026
- Nvidia DLSS 5: Modder zeigt erste Version durch geleakte Dateient3n · 29. August 2026


