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Oracle beruft sich bei Stargate-Rechenzentrum in New Mexico auf höhere Gewalt

Oracle hat dem Entwickler von Project Jupiter, einem Stargate-Campus mit 2,45 Gigawatt in New Mexico, eine Force-Majeure-Mitteilung geschickt, mit der es Mietzahlungen bis zu drei Jahre aufschieben könnte, falls der Strom nicht rechtzeitig bereitsteht. Oracle sieht den Zeitplan intakt; die Aktie fiel um mehr als 3 Prozent.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 25. September 20264 Min. LesezeitQuellen (3)
Luftaufnahme des Oracle-Campus am Flussufer in Austin, Texas
DronePhotographer · CC0 · Wikimedia Commons

Oracle hat dem Entwickler von Project Jupiter, einem Stargate-Rechenzentrumscampus im Bau nahe Santa Teresa in New Mexico, eine Mitteilung über höhere Gewalt geschickt, wie Bloomberg diese Woche zuerst berichtete, so TechCrunch, CNBC und El Paso Matters. Empfänger ist der Entwickler Stack Infrastructure, der zur Investmentgesellschaft Blue Owl Capital gehört.

Eine Force-Majeure-Klausel, üblich in Energie- und Rohstoffverträgen, befreit eine Partei von vertraglichen Pflichten, wenn Ereignisse außerhalb ihrer Kontrolle dazwischenkommen. Laut Bloombergs Quellen, zitiert von TechCrunch, will Oracle nicht als Hauptmieter aussteigen. Die Mitteilung würde es vielmehr erlauben, Zahlungen aufzuschieben, falls die Anlage ihr Ziel verfehlt, 2028 in Betrieb zu gehen. Oracle könnte bis zu drei Jahre Aufschub bei der Miete erhalten, wenn sich die Parteien auf ein Ereignis höherer Gewalt im Zusammenhang mit den Stromzusagen einigen, berichtete Bloomberg laut El Paso Matters.

Was Oracle und seine Partner sagen

Oracle erwartet nach eigenen Angaben keine Verzögerung. Project Jupiter liege im geplanten Zeitplan, teilte das Unternehmen CNBC mit, und man stehe voll zu New Mexico. Solche Mitteilungen seien bei Projekten dieser Größe üblich und dienten oft dazu, vertragliche Rechte zwischen Partnern zu wahren, sagte Oracle-Sprecher Michael Egbert zu El Paso Matters; für sich genommen begründeten sie keine Verzögerung. Blue Owl Capital erklärte gegenüber CNBC, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Zusagen für das mehrjährige Projekt.

Die Märkte reagierten dennoch. Die Oracle-Aktie fiel am Donnerstag um mehr als 3 Prozent, auch Blue Owl gab nach, berichtet CNBC. Die Aktie von Bloom Energy, das die Anlage mit Brennstoffzellen versorgen soll, verlor 3 Prozent; das Unternehmen erklärte auf X, es halte am Vertrag und am geplanten Zeitplan fest. Oracles Co-Chef Clay Magouyrk hatte Analysten am 10. September gesagt, Project Jupiter werde die Umsatz- und Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 nicht beeinflussen.

Eine Energieversorgung, die sich immer weiter verschiebt

Die Mitteilung folgt auf eine Reihe von Rückschlägen, die meisten davon energiebezogen. Der Campus soll mit einer Anlage aus Bloom-Energy-Brennstoffzellen betrieben werden, die vor Ort bis zu 2,45 Gigawatt erzeugen kann und über eine neue Pipeline mit Erdgas versorgt wird, erklärt El Paso Matters. Zwei zentrale Bausteine dieses Systems, die Luftreinhaltegenehmigung und die Pipeline, sind weiter ungeklärt.

  • Pipeline: Die rund 29 Kilometer lange Leitung Green Chile von Transwestern, einer Tochter von Energy Transfer, sollte vergangenen Monat in Betrieb gehen und ist nun für Februar 2027 geplant; das State Land Office von New Mexico lehnte zweimal ab, sie etwa einen Kilometer über staatliches Treuhandland zu führen.
  • Bundesprüfung: Mitarbeiter der Federal Energy Regulatory Commission kamen in einer Umweltprüfung zu dem Schluss, dass eine Genehmigung der Umwelt nicht schaden würde; öffentliche Stellungnahmen sind bis 5. Oktober möglich.
  • Luftgenehmigung: Das Umweltministerium von New Mexico hat sie nicht erteilt; die Anhörung wurde durch Klagen vor dem obersten Gericht des Bundesstaats aufgehalten, das vergangene Woche den Weg freimachte, und TechCrunch nennt den 23. November als Frist für die Entscheidung.
  • Zusagen an den Landkreis: Laut Steuervereinbarungen mit Doña Ana County sollte eine erste Phase zwischen Oktober und Dezember dieses Jahres starten, der gesamte Campus samt Kraftwerk bis zum dritten Quartal 2028.

Diese Angaben stammen von El Paso Matters und TechCrunch. Nach denselben Vereinbarungen zahlen die Entwickler Doña Ana County 30 Jahre lang jährlich 12 Millionen Dollar anstelle von Steuern; Kreisrat Manny Sanchez sagte, Oracle habe den Landkreis über keine Änderung informiert.

Geld und Politik rund um ein Stargate-Aushängeschild

Project Jupiter ist einer der Vorzeigestandorte von Stargate, der KI-Infrastrukturinitiative, die Oracle, OpenAI und SoftBank zu Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump gemeinsam mit ihm ankündigten, erinnert TechCrunch. Ein Konsortium von fast 20 Banken lieh Oracle 18 Milliarden Dollar für den Bau, so Bloomberg laut El Paso Matters, und CNBC berichtet unter Berufung auf die Financial Times, dass diese Schulden bereits auf angespanntem Niveau gehandelt werden. S&P Global Ratings stufte Oracle Anfang Juli auf die niedrigste Stufe im Investment-Grade-Bereich herab, ergänzt El Paso Matters, während die Investitionsausgaben des Konzerns in diesem Geschäftsjahr auf 90 bis 95 Milliarden Dollar stiegen.

Der Campus ist vor den Zwischenwahlen zudem zum politischen Zankapfel geworden, mit Widerstand von Anwohnern und Umweltgruppen, und Oracle hat laut Bloomberg, zitiert von TechCrunch, eine Informationskampagne im Bundesstaat gestartet. Energy-Transfer-Chef Mackie McCrea bezeichnete den Widerstand gegen die Pipeline als Teil eines breiteren Aktivismus gegen Rechenzentren.

Was das für Unternehmen in Deutschland bedeutet

Für Unternehmen, die auf neue, in den USA betriebene KI-Kapazitäten setzen, zeigt der Fall, wo das eigentliche Risiko liegt: nicht bei Chips oder Kapital, sondern bei Gasleitungen, Umweltgenehmigungen und Lokalpolitik. Käufer von Cloud- und KI-Rechenleistung sollten ihre Anbieter fragen, von welchen Standorten ihre Kapazität abhängt und was vertraglich geschieht, wenn ein Campus verspätet öffnet, denn die größten Akteure schreiben diese Möglichkeit inzwischen in ihre eigenen Verträge.

Quellen

  1. Oracle sends force majeure notice on its New Mexico Stargate data centerTechCrunch · 24. September 2026
  2. Oracle stock falls on news it sent data center force majeure noticeCNBC · 24. September 2026
  3. Oracle could defer Project Jupiter rent payments over power supply delaysEl Paso Matters · 24. September 2026

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