SpaceX sucht Finanzierung für gemeldeten 40 Milliarden‑Dollar‑Kauf von Nvidia‑GPUs, der das Ausmaß und die Hebelwirkung der KI‑Infrastruktur aufzeigt
SpaceX befindet sich in Vorverhandlungen mit Apollo Capital Management und einer Gruppe von Banken, um ein potenzielles 40 Milliarden‑Dollar‑Investitionsvorhaben für Nvidia‑Grafikprozessoren zu finanzieren. Das Vorhaben würde stark auf Anleihen mit Investment‑Grade‑Rating setzen und verdeutlicht, wie stark die Expansion von KI‑Hardware zunehmend an die Kapitalmärkte gekoppelt ist.

SpaceX plant einen 40 Milliarden‑Dollar‑Kauf von Nvidia‑GPUs
Am 7. Oktober 2026 berichtete CNBC, dass SpaceX sich in frühen Gesprächen mit Apollo Capital Management sowie mehreren Banken befände, um die Finanzierung eines gemeldeten 40 Milliarden‑Dollar‑Kaufs von Nvidia‑Grafikprozessoren (GPUs) zu sichern. Die Information wurde einer Quelle zugeschrieben, die mit den Verhandlungen vertraut sei und anonym bleiben wolle. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren die Identitäten der Kreditgeber sowie die genaue Finanzierungsstruktur noch nicht finalisiert, und sowohl Apollo als auch Nvidia lehnten Kommentare ab. Die Financial Times wurde als erstes Medium genannt, das die Finanzierungsdiskussionen aufgegriffen habe.
Vorgeschlagene Finanzierungsstruktur
Laut CNBC würde der vorläufige Finanzierungsplan stark auf Investment‑Grade‑Schulden setzen, wobei die GPUs selbst potenziell als Sicherheit dienen könnten. Eine Quelle aus dem Kreditmarkt erklärte CNBC, dass die Kreditgeber davon ausgehen, dass hochwertige GPUs etwa sieben Jahre lang ihren Wert behalten, was eine marktbasierte Annahme und keine vertragliche Garantie sei. Unabhängig berichtete Techzine am selben Tag von einer möglichen Aufteilung von rund 10 Milliarden Dollar an Bankkrediten und 30 Milliarden Dollar an Investment‑Grade‑Anleihen, wobei Apollo eine führende Rolle übernehmen und Pimco die Transaktion prüfen würde.
- $10 Milliarden Bankkredite
- $30 Milliarden Investment‑Grade‑Anleihen
- GPU‑Sicherheiten mit Wert für ca. 7 Jahre bewertet
Hintergrund des Schuldenmarktes und bestehende Verbindlichkeiten von SpaceX
SpaceX hatte nach dem Börsengang im Juni 2026 Anleihen im Umfang von 25 Milliarden Dollar emittiert, und die Nachfrage nach diesen Anleihen wurde als stark beschrieben. CNBC stellte jedoch fest, dass AI‑bezogene Anleihen seitdem an Wert verloren haben und die Kreditspreads sich ausgeweitet haben, was Investoren vorsichtiger macht. In den Finanzberichten für das zweite Quartal gab SpaceX an, fast 40 Milliarden Dollar an Schulden zu haben, wobei die bestehenden Anleihen nahe an Junk‑Bond‑Niveau gehandelt wurden. Der Kontrast zwischen der anfänglichen starken Nachfrage nach IPO‑Anleihen und der derzeitigen Marktschwäche verdeutlicht die Herausforderung, groß angelegte Investment‑Grade‑Finanzierungen für KI‑Hardware zu sichern.
Annahmen zum Wert von GPU‑Sicherheiten
Das Finanzierungsmodell beruht auf der Annahme, dass Nvidias Hochleistungs‑GPUs einen ausreichenden Wiederverkaufs‑ oder Leasingwert behalten, um die Schulden zu decken. Die von CNBC zitierte Kreditmarkt‑Quelle sagte, dass die Kreditgeber von einer sieben‑jährigen Wertbeständigkeit ausgehen, betonten jedoch, dass dies eine Marktannahme und keine vertragliche Garantie sei. Sollte der GPU‑Preis schneller fallen als erwartet oder die Wiederverkaufs‑Märkte schwächer werden, könnte der Sicherheitenwert schrumpfen, was die Kreditgeber zwingen könnte, die Bedingungen neu zu verhandeln oder zusätzliche Sicherheiten zu verlangen.
Umfang des KI‑Hardware‑Einsatzes von SpaceX
Elon Musk erklärte in einem am 24. September von CNBC zitierten Beitrag, dass die KI‑Supercomputer von SpaceX – mit den Codenamen Colossus und Colossus 2 – jeweils 230 000 bzw. 550 000 Nvidia‑Chips betreiben. Musk fügte hinzu, dass das Unternehmen plant, bis Ende Dezember bei günstigen Marktbedingungen auf 1,21 Millionen Chips zu expandieren. Diese Zahlen verdeutlichen den enormen Rechenbedarf, der den vorgeschlagenen 40 Milliarden‑Dollar‑Ausgaben zugrunde liegt, und erklären, warum SpaceX jetzt eine Finanzierung sichern möchte, bevor sich die Marktbedingungen weiter verschärfen.
Frühstadium und Zeitplan
Sowohl CNBC als auch Techzine betonen, dass die Finanzierungsdiskussionen sich noch im frühen Stadium befinden und noch keine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet wurde. Techzine berichtete, dass die Transaktion im Jahr 2027 abgeschlossen werden könnte, vorausgesetzt, die Kredit‑ und Anleihebedingungen werden finalisiert und SpaceX, Nvidia sowie Apollo geben ihre Zustimmung. Die Berichte weisen zudem darauf hin, dass Apollo als Lead‑Arranger fungiert, während weitere Banken und institutionelle Investoren voraussichtlich teilnehmen werden, und dass sich die endgültige Mischung der Schuldtitel je nach Marktentwicklung ändern könnte.
Implikationen für die Finanzierung von KI‑Infrastruktur
Sollte die vorgeschlagene Finanzierung zustande kommen, wäre sie ein wegweisendes Beispiel dafür, dass die Expansion von KI‑Infrastruktur zunehmend durch groß angelegte Schuldenmärkte unterstützt wird, anstatt ausschließlich durch Unternehmensliquidität. Die Abhängigkeit von Investment‑Grade‑Anleihen und Bankkrediten signalisiert, dass selbst gut kapitalisierte Technologieunternehmen breitere Kapitalmärkte anzapfen müssen, um die für nächste‑Generation‑KI‑Modelle erforderliche Rechenleistung zu finanzieren. Gleichzeitig übt dies Druck auf Kreditgeber aus, neue Risikobewertungs‑Frameworks für hardware‑basierte Sicherheiten zu entwickeln – ein Nischenbereich, der mit zunehmender Verbreitung von KI‑Workloads an Bedeutung gewinnen dürfte.
Unsicherheiten und nächste Schritte
Derzeit bleibt das Finanzierungsarrangement ein Vorschlag, wobei zentrale Bedingungen, beteiligte Parteien und Zeitpläne noch ungewiss sind. Was sich jetzt ändert, ist die erhöhte Sichtbarkeit dafür, wie Ausgaben für KI‑Hardware mit den Schuldenmärkten verknüpft werden, was Investoren dazu veranlasst, die Beständigkeit von GPU‑Sicherheiten und die Kreditwürdigkeit von Schuldnern wie SpaceX genauer zu prüfen. Während der Markt beobachtet, könnte jede Veränderung in Nvidias Preisgestaltung, Bewegungen der Kreditspreads oder die finanzielle Gesundheit von SpaceX die endgültige Struktur neu formen – oder das gesamte Vorhaben sogar zum Stillstand bringen.
Quellen
- SpaceX in talks with Apollo, banks to back $40B Nvidia chip buyCNBC · 7. Oktober 2026
- SpaceX wants to borrow $40 billion for Nvidia chipsTechzine Global · 7. Oktober 2026



