Portugal schließt sich dem europäischen Netzwerk für grenzüberschreitende Tests autonomer Fahrzeuge an
Lissabon hat sich der EU‑Initiative angeschlossen, die transnationale Testkorridore für autonome Fahrzeuge schafft, wodurch die Teilnehmerzahl auf 22 Länder steigt und die regulatorische Harmonisierung gestärkt wird.

Am 29. September 2026 hat die portugiesische Regierung offiziell ihre Mitgliedschaft im europäischen Netzwerk von grenzüberschreitenden Testkorridoren für autonome Fahrzeuge bekannt gegeben, wie auf dem Technologie‑Portal Pplware veröffentlicht wurde. Diese offizielle Mitteilung stellt klar, dass Portugal nun gemeinsam mit der Slowakei und Norwegen, die zum selben Zeitpunkt beigetreten sind, zu den Unterzeichnern zählt, wodurch die Gesamtzahl der teilnehmenden Länder auf zweiundzwanzig ansteigt. Die Initiative, die von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, verfolgt das Ziel, Prüfungen zu ermöglichen, die nationale Grenzen überschreiten, und gleichzeitig die Validierung von automatisierten Fahrtechnologien zu beschleunigen. Die Ankündigung unterstreicht zudem das Engagement Lissabons, die Transformation hin zu intelligenter Mobilität aktiv zu unterstützen, und zwar im Rahmen des europäischen regulatorischen Rahmens.
Offizielle Mitgliedschaft
Die offizielle Mitgliedschaft Portugals wurde vom Ministerium für Infrastruktur und Wohnen kommuniziert, das die strategische Bedeutung der Teilnahme an dem europäischen Projekt besonders hervorhob. Laut dem Bericht von Pplware wurde die Unterzeichnung gemeinsam mit Vertretern der Slowakei und Norwegens vorgenommen, was die multinationale Dimension der Initiative weiter betont. In der offiziellen Mitteilung wurde zudem betont, dass die Integration in das Netzwerk es portugiesischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ermöglichen wird, auf europaweit anerkannte Teststrecken zuzugreifen, wodurch der Austausch von Daten erleichtert und die Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Mitgliedstaaten gefördert wird.
Wie das Netzwerk der Korridore funktioniert
Das europäische Netzwerk der grenzüberschreitenden Testkorridore hat das Ziel, die technischen und sicherheitsrelevanten Vorschriften für autonome Fahrzeuge einander anzugleichen, indem ein gemeinsamer Rahmen geschaffen wird, der in Prüfungen über Ländergrenzen hinweg Anwendung findet. Durch die Festlegung harmonisierter Standards soll die bislang bestehende regulatorische Fragmentierung, die die Durchführung von Tests in mehreren Ländern erschwerte, reduziert werden. Auf diese Weise können Betreiber von Testfahrzeugen Validierungsstrecken planen, die beispielsweise nationale Straßen und Autobahnen umfassen, die zwei oder mehr Nationen verbinden, wobei die Aufsicht durch die jeweils zuständigen Behörden koordiniert wird.
Der Vorschlag erhielt am 8. Juni 2026 die formelle Unterstützung der Verkehrsminister der EU, ein Datum, an dem die Europäische Kommission bekannt gab, dass bereits neunzehn Länder das Abkommen unterzeichnet hatten. Der nachträgliche Beitritt von Portugal, der Slowakei und Norwegen erhöhte diese Zahl auf zweiundzwanzig, was die geografische Repräsentativität und die Vielfalt der verfügbaren Testumgebungen weiter stärkte. Die Mitteilung der Kommission hob hervor, dass die Erweiterung des Netzwerks die wachsende politische Bereitschaft demonstriert, Infrastrukturen für Tests zu schaffen, die den Sicherheits- und Interoperabilitätsanforderungen auf kontinentaler Ebene gerecht werden.
Einschränkungen und Anforderungen
Die Teilnahme am Netzwerk bedeutet nicht, dass autonome Fahrzeuge sofort für den kommerziellen Straßenverkehr in Portugal zugelassen werden. Das Abkommen stellt klar, dass die in den Korridoren durchgeführten Prüfungen weiterhin auf kontrollierte Umgebungen beschränkt bleiben, in denen menschliche Betreiber oder Systeme zur Fernüberwachung präsent sind, gemäß den zwischen den Mitgliedstaaten vereinbarten Sicherheitsnormen. Jeder geplante Testabschnitt muss im Vorfeld von den zuständigen nationalen Behörden genehmigt werden, die dabei das Automatisierungsniveau, die Notfallprotokolle und die Einhaltung der Datenschutzanforderungen prüfen.
Zusätzlich zur nationalen Genehmigung müssen die Testprojekte einem Validierungsverfahren folgen, das die Sammlung von Leistungsdaten, die Durchführung von Risikobewertungen und die Einreichung technischer Berichte an die europäische Überwachungsplattform umfasst. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die in Portugal erzielten Ergebnisse mit denen anderer Länder des Netzwerks vergleichbar und anerkannt werden können, wodurch der Wissensaustausch erleichtert und eine mögliche Harmonisierung von Betriebslizenzen auf EU‑Ebene unterstützt wird.
Konkrete Auswirkungen für Portugal
Durch die Mitgliedschaft kann Portugal künftig Teststrecken festlegen, die beispielsweise das Industriegebiet des Großraums Porto mit Verkehrsinfrastrukturen im benachbarten Spanien verbinden, sodass autonome Fahrzeuge unter realen internationalen Verkehrsbedingungen bewertet werden können. Die Regierung hat angekündigt, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus dem Automobilsektor in die Vorbereitung der Tests einzubeziehen, wodurch Möglichkeiten für europäische Fördermittel und die Entwicklung fortgeschrittener technischer Kompetenzen entstehen.
In den kommenden Monaten werden die portugiesischen Behörden ein Set nationaler Richtlinien veröffentlichen, die die europäischen Normen in den lokalen Kontext übersetzen, und gleichzeitig die physischen Korridore identifizieren, die in das Netzwerk aufgenommen werden sollen. Diese Maßnahme wird die Art und Weise verändern, wie Tests geplant werden: Statt isolierter Projekte können Betreiber gemeinsame Anträge einreichen, die die grenzüberschreitende Infrastruktur nutzen, wodurch Kosten gesenkt und die für die Validierungsphase vor der Beantragung kommerzieller Lizenzen erforderliche Zeit verkürzt wird. Zusammengefasst positioniert die Mitgliedschaft Portugal in einer führenden Rolle im europäischen Umfeld der autonomen Mobilität.
Quellen
- Portugal faz oficialmente parte da rede europeia para testar veículos autónomosPplware · 29. September 2026
- EU ministers back cross-border initiative for autonomous vehicle testbedsEuropean Commission · 8. Juni 2026


