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Googles Seekabel Nuvem erreicht Sines und verbindet Portugal mit den USA

Googles Seekabel Nuvem ist in Sines gelandet und verbindet die USA direkt mit dem portugiesischen Festland und den Azoren; die Inbetriebnahme wird für 2027 erwartet.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 12. September 20264 Min. LesezeitQuellen (2)
Blick auf den Hafen von Sines an der Alentejo-Küste, wo das Seekabel Nuvem angelandet wurde
Herbert wie · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Googles Seekabel Nuvem ist in Sines gelandet und stärkt damit Portugals Rolle bei den digitalen Verbindungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Die neue transatlantische Infrastruktur, deren Inbetriebnahme für 2027 erwartet wird, verbindet Myrtle Beach in South Carolina mit Sines an der Küste des Alentejo, über die Azoreninsel São Miguel und die Bermudas. Laut Google ist Nuvem das erste Unterseekabelsystem, das die USA direkt mit den Azoren und dem portugiesischen Festland verbindet, und das erste transatlantische System mit einem Landepunkt auf den Bermudas.

Das Kabel ist rund 6.900 Kilometer lang und wurde in Zusammenarbeit mit dem Betreiber Meo verlegt. Was die Kapazität betrifft, soll jedes Glasfaserpaar rund 24 Terabit pro Sekunde übertragen; insgesamt besteht das System aus 16 Faserpaaren, was eine Gesamtkapazität von 384 Tbps ergibt. Nach dem 2022 verlegten Kabel "Equiano" bereitet Google nun "Sol" vor, ein weiteres System, das zwar nicht das portugiesische Festland berührt, aber mit São Miguel verbunden sein und ebenfalls 2027 in Betrieb gehen soll und Florida mit den Bermudas, den Azoren und Spanien verbindet.

Eine US-Investition, die 40 Milliarden Dollar erreichen könnte

Bei der Präsentation von Nuvem im Lissabonner Ozeanarium erklärte der US-Botschafter in Portugal, John Arrigo, dass Googles Investition das wachsende amerikanische Engagement im Land bestätige. Laut dem Diplomaten werden bis 2031 mehr als 40 Milliarden Dollar an US-Technologieinvestitionen in Portugal erwartet – ein Wert, der das Land zur "größten Konzentration amerikanischer KI-Infrastrukturinvestitionen in ganz Europa" machen würde. "Wenn amerikanische Unternehmen so investieren, nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal im selben Land, ist das kein Zufall", sagte Arrigo.

Der Botschafter betonte zudem die geopolitische Bedeutung von Seekabeln, die mehr als 95 Prozent des weltweiten Datenverkehrs transportieren und seiner Ansicht nach für den Informationsaustausch zwischen NATO-Verbündeten unerlässlich sind. "Jedes neue vertrauenswürdige Kabel, das die portugiesische Küste erreicht, ist ein Kabel, das nicht an einem weniger zuverlässigen Ort ankommt", sagte er und plädierte dafür, dass Europa die Zusammenarbeit mit den USA bei digitaler Infrastruktur vertiefen solle, statt allein voranzugehen.

Portugal, Landepunkt für 15 bis 20 Prozent der weltweiten Seekabel

"Wir haben eine privilegierte geostrategische Position im globalen Seekabelnetz. Derzeit verlaufen etwa 15 bis 20 Prozent der Seekabel durch unsere Hoheitsgewässer, Tendenz steigend", erklärt Luís Bernardino, Vorsitzender des Observatoriums für digitale Ökosysteme, gegenüber Jornal Económico. Bis Ende 2026 sollen in Portugal rund 20 Seekabel angelandet sein, darunter EllaLink, Equiano, Medusa, 2Africa, Nuvem, New CAM Ring und Olisipo. Neben Google haben auch Meta und andere US-Techkonzerne bei der portugiesischen Telekomaufsicht Anacom die Möglichkeit weiterer Kabel im Land sondiert, und Meo wird zudem das Kabel Pisces betreiben – auch als "Brexit-Kabel" bekannt –, das zwei Punkte in Europa unter Umgehung Großbritanniens mit Irland verbindet.

  • Länge des Nuvem-Kabels: rund 6.900 Kilometer, zwischen Myrtle Beach (USA) und Sines, über die Azoren und Bermuda.
  • Kapazität: 16 Faserpaare, 24 Tbps pro Paar, 384 Tbps Gesamtkapazität.
  • Erwartete Inbetriebnahme: 2027, im selben Jahr wie Googles Kabel "Sol".
  • Bis Ende 2026 verlegte oder geplante Kabel in Portugal: rund 20, darunter EllaLink, Equiano, Medusa, 2Africa und New CAM Ring.
  • Direktinvestition in Seekabelprojekte in Portugal: rund 200 Millionen Euro.
  • Technologie- und Digitalinvestitionen, die diese Infrastruktur anziehen könnte: laut AmCham Portugal und PwC mehr als 10,3 Milliarden Euro.

Vom Kunden zum Miteigentümer: das Wettrennen der Hyperscaler

Seekabel gehörten traditionell Konsortien von Telekombetreibern. Vor etwa zehn Jahren entstand eine neue Kundenkategorie – große Internetkonzerne wie Meta, Google und Amazon –, die heute die Hälfte des Geschäfts ausmachen. "Meta, Google, Amazon und Microsoft sind nicht mehr nur Kunden, sondern zu Mitinvestoren und Eigentümern massiver Unterseesysteme geworden", erklärt Samuel Carvalho, Geschäftsführer von TelCables Europe, einer europäischen Tochter von Angola Cables, gegenüber Jornal Económico. Ihm zufolge hat sich "Portugal als Gravitationszentrum der atlantischen Konnektivität etabliert", begünstigt durch ein ausgereiftes Glasfasernetz und reichlich saubere Energie für KI-Megarechenzentren.

Google hat bereits in mehr als 30 Seekabel investiert, Meta besitzt 2Africa – das drei Kontinente verbindet und mehr als eine Milliarde Euro kostete – und bereitet zudem das 50.000 Kilometer lange Waterworth-Projekt vor, während Amazon in Systeme wie Fastnet zwischen Maryland und Irland investiert hat. Eine Studie von Portugal DC, dem portugiesischen Rechenzentrumsverband, gemeinsam mit der niederländischen Beratungsfirma Pb7 Research, schätzt, dass der Rechenzentrums- und Digitalinfrastruktursektor bis 2031 einen positiven Effekt von 3,7 Milliarden Euro auf das nationale BIP erzielen könnte, gegenüber derzeit 160 Millionen Euro, und mehr als 9.400 Vollzeitstellen schaffen könnte. "Latenz ist das neue Gold. Je schneller Daten Nutzer erreichen oder zwischen Rechenzentren wandern, desto effizienter werden die Dienste", fasst Luís Pedro Duarte, Vorsitzender von Portugal DC, zusammen.

Für die Azoren, den Archipel, durch den Nuvem und künftig Sol verlaufen, sprach der Präsident der Regionalregierung, José Manuel Bolieiro, von "disruptiver Bedeutung": Die Kabel machen die Insel São Miguel nicht mehr nur zu einer "Brücke" im Atlantik, sondern auch zu einem "Kontrollraum" der neuen digitalen Ökonomien, mit dem Potenzial, als intelligente Kabel Klima- und Energieindikatoren zu verfolgen. Bolieiro warnte zudem vor der Notwendigkeit, das sogenannte Anel CAM zu erneuern, das Kabelnetz, das das Festland mit den Azoren und Madeira verbindet und dessen Lebensdauer sich dem Ende nähert.

Für einen deutschen Cloud-, Hosting- oder Streaming-Anbieter, der überlegt, wo er seinen nächsten europäischen Standort ansiedeln soll, bedeutet ein direktes Kabel in die USA – neben den anderen 19 bereits verlegten oder geplanten Systemen in Portugal – einen günstigeren und latenzärmeren Zugang zu amerikanischen Servern und Diensten sowie ein weiteres Argument, den europäischen Betrieb über Portugal statt über die bereits gesättigten Knotenpunkte Nordeuropas laufen zu lassen.

Quellen

  1. Nuvem já está amarrado em Sines, reforçando Portugal como destino "de confiança" para cabos submarinosECO · 21. Juli 2026
  2. Cabos submarinos: Estar ligado atrai investimentos de 10 mil milhõesJornal Económico · 28. August 2026

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