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EU startet öffentliche Konsultation zu Mindeststandards für Energie und Wasser in Rechenzentren – Gesetzesentwurf 2027 geplant

Die Europäische Kommission hat eine 12‑wöchige Konsultation zu Mindest‑Performance‑Standards für Rechenzentren gestartet; Beiträge bis 14. Dezember 2026, Gesetzentwurf im zweiten Quartal 2027.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Server-Racks und Netzwerkkabel im NERSC-Rechenzentrum
Derrick Coetzee from Berkeley, CA, USA · CC0 · Wikimedia Commons

Am 21. September 2026 kündigte die Europäische Kommission eine 12‑wöchige öffentliche Konsultation und einen Aufruf zu Beiträgen zu Mindest‑Performance‑Standards für Rechenzentren an. Der Einsendeschluss ist für den 14. Dezember 2026 festgelegt, sodass Interessengruppen ein klar definiertes Zeitfenster haben, um das kommende regulatorische Rahmenwerk mitzugestalten.

Die Kommission hat deutlich gemacht, dass das im Konsultationsverfahren gesammelte Material unmittelbar in einen Gesetzesvorschlag einfließen wird. Dieser Vorschlag soll im zweiten Quartal 2027 dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt werden, was einen konkreten Zeitplan für die Politikentwicklung markiert.

Warum die EU bei der Nachhaltigkeit von Rechenzentren aktiv wird

In ihrer Ankündigung hob die Kommission mehrere strategische Gründe für die Initiative hervor. Sie verknüpft die Kapazität von Rechenzentren mit der technologischen Souveränität der EU, ihrer Wettbewerbsfähigkeit, Energie‑Resilienz und der Gesamtsicherheit. Gleichzeitig wird auf die wachsenden Herausforderungen des Sektors in Bezug auf Energieverbrauch, Netzbelastung, CO₂‑Emissionen und Wasserverbrauch hingewiesen.

Am selben Tag veröffentlichte die Kommission ein „Data‑Centre Energy Efficiency Package“, das ein einheitliches EU‑weites Bewertungssystem und ein Label vorschlägt. Ziel ist es, Transparenz über Energie‑ und Umwelt‑Performance zu schaffen und Betreibern sowie Kunden einen klaren Benchmark zu bieten.

Vorgeschlagenes Bewertungs‑ und Kennzeichnungssystem

TechNews berichtet, dass die EU ein einheitliches Bewertungssystem für Rechenzentren einführen will, die eine Leistung von mehr als 500 kW haben. Die Bewertung deckt drei Kernbereiche ab: Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Herkunft des Stroms. Ein erstes „Sustainable‑Label“ soll 2027 erscheinen und einen sichtbaren Hinweis auf die Einhaltung der Vorgaben geben.

  • Energieverbrauch gemessen an einem Mindest‑Effizienz‑Schwellenwert
  • Wasserverbrauch bewertet pro Einheit der Rechenleistung
  • Stromherkunft geprüft nach erneuerbare‑Energie‑Kriterien
  • Ein einheitliches EU‑Label, das die Gesamt‑Nachhaltigkeits‑Performance anzeigt

Im Rahmen der Energieeffizienz‑Richtlinie behält sich die Kommission die Möglichkeit vor, zusätzliche Maßnahmen vorzuschlagen. Dazu könnte die formelle Einführung von Mindest‑Performance‑Standards gehören, die den Energieverbrauch und die Umweltbelastung von Rechenzentrumsbetreibern direkt begrenzen.

Umfang der Herausforderung

TechNews schätzt, dass die EU‑Rechenzentren im Jahr 2024 etwa 68 TWh Strom verbraucht haben. Prognosen gehen davon aus, dass dieser Wert bis 2030 auf 114 TWh ansteigen könnte – mehr als 3 % des gesamten Strombedarfs der Union. Ein solches Wachstum verstärkt Bedenken hinsichtlich der Netzkapazität und des Drucks auf Wasserressourcen.

Die gleiche Quelle weist darauf hin, dass die EU plant, die Kapazität von Rechenzentren in den nächsten fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen, um die KI‑Infrastruktur zu unterstützen. Ein detaillierter Plan, wie diese Expansion mit den neu vorgeschlagenen Energie‑ und Wasserstandards in Einklang gebracht werden soll, fehlt bislang, wodurch das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit unklar bleibt.

Die Konsultation dient daher einem doppelten Zweck: Sie sammelt branchenspezifische Eingaben zu realistischen Leistungsgrenzen und bringt praktische Bedenken zur Umsetzung dieser Grenzen bei gleichzeitiger Skalierung der Kapazität zur Sprache. Interessengruppen sollen technische Machbarkeit, Kostenimplikationen und mögliche Auswirkungen auf die Service‑Zuverlässigkeit kommentieren.

Der Ansatz der Kommission spiegelt eine breitere EU‑Strategie wider, Umweltaspekte in die digitale Infrastruktur zu integrieren. Durch die Verknüpfung des Ratings mit der Stromherkunft wird die Politik mit den erneuerbaren‑Energie‑Zielen der Union abgestimmt, obwohl der genaue Anteil erneuerbarer Energien, der für das Label erforderlich ist, noch nicht definiert wurde.

Der Wasserverbrauch, ein seltener diskutiertes Kriterium in der Regulierung von Rechenzentren, erhält im vorgeschlagenen Schema gleichberechtigte Bedeutung. Die Konsultation fordert Betreiber auf, Daten zum Wasserverbrauch ihrer Kühlsysteme bereitzustellen, und macht damit die Abhängigkeit des Sektors von wasserintensiven Kühltechnologien deutlich.

Auswirkungen für Unternehmen

Für Unternehmen, die Rechenzentren betreiben oder neue Einrichtungen planen, signalisieren die bevorstehenden Standards die Notwendigkeit, aktuelle Energie‑ und Wasser‑Footprints zu prüfen. Firmen sollten jetzt beginnen, detaillierte Verbrauchsdaten zu erfassen, da das Rating vermutlich dokumentierte Nachweise über die Leistung in allen drei Messgrößen verlangt.

Das erwartete Label könnte zu einem Markt­differenzierungs‑Faktor werden. Betreiber, die das nachhaltige Rating frühzeitig erreichen, könnten von Reputationsgewinnen, potenziellen Vorzugsbehandlungen bei öffentlichen Aufträgen und einer besseren Abstimmung mit Unternehmens‑Nachhaltigkeitszielen profitieren.

Da jedoch konkrete Schwellenwerte noch fehlen, müssen Unternehmen für ein breites Spektrum möglicher Ergebnisse planen. Investitionen in hocheffiziente Kühlung, langfristige Strombezugsverträge mit erneuerbaren Quellen und fortschrittliche Monitoring‑Systeme verringern das Risiko von Nicht‑Konformität, sobald die Standards formell werden.

Zusammenfassend stellt die EU‑Konsultation einen entscheidenden Schritt dar, um Energie‑ und Wasser‑Performance für Rechenzentren gesetzlich zu verankern. Während die genauen Parameter der Mindeststandards noch definiert werden müssen, bietet der Zeitplan – von der Schließung der Konsultation im Dezember 2026 bis zum Gesetzentwurf Anfang 2027 – Unternehmen einen klaren Horizont für strategische Planung.

Quellen

  1. Minimum performance standards for data centres in Europe - public consultation launched - EnergyEuropean Commission · 21. September 2026
  2. 歐盟管起 AI 資料中心,2027 年將訂能源、用水最低效率標準 | TechNews 科技新報TechNews · 28. September 2026

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