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Google stellt Gemini Gems ein und führt wiederverwendbare Fähigkeiten ein

Google beendet Gemini Gems im November 2026 und ersetzt sie durch ein neues, wiederverwendbares „Fähigkeiten“-System, das per Slash‑Befehl aufgerufen wird. Die Migration erfolgt gestaffelt für Privat‑ und Workspace‑Konten.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 29. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Eingang des Gebäudes am 6 Pancras Square in London, in dem Google und Google DeepMind sitzen
Gciriani · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Google hat offiziell mitgeteilt, dass die bislang verfügbare Gemini‑„Gems“-Funktion zum Ende des Novembers 2026 eingestellt wird und durch ein neues, wiederverwendbares System namens „Fähigkeiten“ abgelöst wird. Dieses System basiert auf benutzerdefinierten Anweisungen, die über einen Slash‑Befehl im Chat aktiviert werden können, und betrifft sämtliche Nutzerinnen und Nutzer von Gemini, wobei die konkreten Migrationszeitpunkte je nach Art des Google‑Kontos variieren.

Migrationsplan nach Kontotyp

Für private Google‑Konten erfolgt die Umwandlung der vorhandenen Gems automatisch im November 2026, wobei die einzelnen Gems in entsprechende Fähigkeiten konvertiert werden, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer manuell eingreifen müssen.

Bei den geschäftlichen Konten – also Business‑, Enterprise‑ und Non‑Profit‑Accounts im Google Workspace – ist die Umstellung für März 2027 geplant. Education‑Konten im Workspace‑Umfeld erhalten ihr Update erst im Juni 2027. Diese gestaffelte Vorgehensweise soll sicherstellen, dass jede Nutzergruppe ausreichend Zeit hat, sich auf die neue Arbeitsweise einzustellen.

Erhalt der Daten und manuelle Migration

Google verspricht, dass sämtliche Wissensdateien, die in den bisherigen Gems gespeichert sind, vollständig erhalten bleiben. Die automatisierte Konvertierung soll die Gems als gleichwertige Fähigkeiten darstellen, sodass keinerlei Datenverlust zu befürchten ist. Wer jedoch bereits vor dem Stichtag umsteigen möchte, kann die Gems manuell exportieren, ein neues Fähigkeits‑Bundle anlegen und das entsprechende SKILL.md‑Datei‑Bundle wieder hochladen.

  • Maximal 100 aktive Fähigkeiten‑Instanzen pro Nutzer gleichzeitig
  • Keine feste Obergrenze für die insgesamt erstellten Fähigkeiten
  • Fähigkeiten sind derzeit nur mit Connected Apps nutzbar
  • Fähigkeiten funktionieren nicht mit Canvas, Deep Research, Create video, Create music oder Guided learning

Funktionsweise der Fähigkeiten und aktuelle Einschränkungen

Eine Fähigkeit lässt sich in jedem Gemini‑Chat aktivieren, indem man einen Schrägstrich („/“) eingibt und anschließend den genauen Namen der gewünschten Fähigkeit tippt. Google hat zudem angekündigt, dass künftig ein Shortcut mit dem @‑Symbol eingeführt werden soll, hat jedoch bislang keinen konkreten Veröffentlichungstermin genannt.

Die aktuelle Dokumentation von Google Support beschreibt einen dreischrittigen manuellen Migrationsprozess, bei dem Nutzerinnen und Nutzer zunächst ihre Gems exportieren, dann ein neues Fähigkeits‑Bundle erstellen und schließlich das Bundle wieder importieren. Dabei bleibt unklar, wann genau der @‑Trigger aktiv wird und welche der bestehenden Gemini‑Tools nach der Umstellung kompatibel sein werden.

Ein weiterer offener Punkt ist die Obergrenze von 100 gleichzeitig aktiven Fähigkeiten pro Nutzer. Google hat bislang nicht angegeben, ob diese Beschränkung nach Abschluss der gesamten Migrationsphase angepasst oder aufgehoben wird, sodass Power‑Userinnen und -User ihre aktive Fähigkeitszahl genau im Blick behalten müssen.

TechCrunch kritisiert den Wechsel und argumentiert, dass die Slash‑Befehl‑Oberfläche eher an ein Entwickler‑Tool erinnere und dadurch für durchschnittliche Konsumentinnen und Konsumenten weniger intuitiv sei. Der Beitrag weist zudem darauf hin, dass Googles Historie von Rebrandings häufig zu Verwirrung bei bestehenden Nutzerinnen und Nutzern führt.

Insgesamt stellt der Übergang einen strategischen Schritt dar, Gemini‑Interaktionen modularer und entwicklerorientierter zu gestalten, während gleichzeitig eine nahtlose Daten­erhaltung für reguläre Nutzerinnen und Nutzer zugesichert wird. Die neue Architektur soll langfristig flexiblere Erweiterungen ermöglichen, erfordert jedoch zunächst eine Anpassungsphase für alle Anwenderinnen und Anwender.

Implikationen für Unternehmen und Bildungseinrichtungen

Für deutschsprachige Unternehmen bedeutet dies konkret, dass IT‑Teams die Migration für Business‑ und Enterprise‑Konten im März 2027 sowie für Education‑Konten im Juni 2027 fest in ihre Projektpläne aufnehmen müssen. Sie sollten sicherstellen, dass kritische Gems rechtzeitig in Fähigkeiten umgewandelt werden, um Unterbrechungen im Arbeitsablauf zu vermeiden.

End‑Userinnen und End‑User müssen sich an den neuen Slash‑Befehl‑Workflow gewöhnen. Schulungsprogramme sollten deshalb das Erstellen, Verwalten und Aktualisieren von Fähigkeits‑Bundles abdecken und gleichzeitig das Monitoring der 100‑aktiven‑Fähigkeiten‑Grenze beinhalten, um mögliche Service‑Ausfälle frühzeitig zu erkennen.

Für Bildungseinrichtungen, insbesondere Hochschulen und Schulen in Deutschland, ist es wichtig, dass die jeweiligen Administratoren die Migration bis Juni 2027 abschließen, damit Lehrende und Studierende weiterhin auf ihre maßgeschneiderten Lern‑ und Recherche‑Tools zugreifen können. Hierbei sollten pädagogische Teams eng mit den IT‑Abteilungen zusammenarbeiten, um die neuen Fähigkeiten in Lernmanagement‑Systeme zu integrieren.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Umstellung auf Fähigkeiten sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Während die modulare Struktur langfristig mehr Flexibilität verspricht, erfordert sie kurzfristig ein gezieltes Change‑Management, klare Kommunikation und sorgfältige Überwachung der Nutzungslimits, um einen reibungslosen Übergang für alle Nutzergruppen sicherzustellen.

Quellen

  1. About the transition from Gems to skills - Gemini Apps HelpGoogle Support · 28. September 2026
  2. Google is killing off Gemini's Gems in favor of 'skills' | TechCrunchTechCrunch · 28. September 2026

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