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Spanien und Mexiko schmieden KI-Bündnis für offene Modelle

Mexiko und Spanien haben ein KI-Memorandum unterzeichnet, das Mexikos Fábrica de IA stärkt und auf offene Modelle als Alternative zu den USA und China setzt.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 12. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Fassade der Rechtsfakultät der UNAM in Mexiko-Stadt
ProtoplasmaKid · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Mexiko und Spanien haben am 3. September 2026 ein Memorandum of Understanding zu Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Konnektivität unterzeichnet, wie Infobae México und Moncloa bestätigten. Unterzeichnet wurde das Abkommen von José Antonio Peña Merino, Direktor der mexikanischen Agentur für digitale Transformation und Telekommunikation (ATDT), und Óscar López, spanischer Minister für digitale Transformation und öffentlichen Dienst, während des dreitägigen offiziellen Besuchs des Ministers in Mexiko-Stadt.

Das Memorandum umfasst den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren in den Bereichen künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Konnektivität, Verfahrensvereinfachung und digitale Identität sowie Ausbildungs-, Forschungs- und Gemeinschaftsprojektprogramme. Es enthält laut Moncloa einen konkreten Aktionsplan und Zeitplan — gemeinsame Programme, Informationsaustausch, gegenseitige Besuche, gemeinsame Konferenzen und Kurse — mit Aktivitäten bis Juni 2027.

Die Fábrica de IA: Modelle für Zoll, Steuern und Wetter

Bei der protokollarischen Zeremonie am Sitz der ATDT stellte Peña Merino die strategischen Projekte der mexikanischen Digitalagenda vor: Nube MX, den nationalen Cybersicherheitsplan, das nationale Programm zur Vereinfachung und Digitalisierung von Verfahren, das Öffentliche Zentrum für KI-Ausbildung und die Fábrica de IA — aus der laut Infobae bereits Modelle zur Analyse von Zoll-, Steuer- und Wetterrisiken entwickelt werden. Er erwähnte zudem den Bau von Coatlicue, dem Supercomputer, den Mexiko als leistungsstärksten Lateinamerikas plant.

Nach der Unterzeichnung erklärte Óscar López, Mexiko und Spanien könnten «den dritten digitalen Weg» bilden: eine Wette auf interoperable Daten, offene Modelle und Zusammenarbeit im Bereich Supercomputing, als Alternative zu den in den USA und China entwickelten Modellen, wie Moncloa berichtet. Als Beispiel nannte er die Arbeit des Barcelona Supercomputing Center (BSC) mit Coatlicue, dem Supercomputer, den Mexiko mit spanischer Unterstützung baut.

Eine Zusammenarbeit, die schon länger besteht

Das neue Memorandum baut auf einer bestehenden Beziehung auf: 2024 hatten das spanische Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) und das mexikanische Bundesinstitut für Telekommunikation (IFT) bereits ein ähnliches Abkommen unterzeichnet. Das BSC wiederum unterhält Vereinbarungen mit mexikanischen Wissenschaftseinrichtungen zur Förderung von Supercomputing und KI sowie mit dem Nationalen Polytechnischen Institut zur Integration des lateinamerikanischen Supercomputing-Systems in das europäische EuroHPC-Ökosystem.

  • Unterzeichnung: 3. September 2026, Mexiko-Stadt, ATDT-Hauptsitz
  • Laufzeit des Aktionsplans: bis Juni 2027
  • Genannte mexikanische Projekte: Nube MX, Fábrica de IA, Supercomputer Coatlicue
  • Besuchte spanische Unternehmen: Veridas (digitale Identität) und Indra (Cybersicherheit)

Während seines Besuchs besichtigte López zudem die Einrichtungen zweier spanischer Unternehmen in Mexiko-Stadt: Veridas, spezialisiert auf digitale Identität, Biometrie und Betrugsprävention, sowie das Cybersicherheitszentrum von Indra, das zweite globale Betriebszentrum des Unternehmens. Der Minister bezifferte den Anteil der digitalen Wirtschaft an Spaniens BIP auf 27 %.

Am ersten Tag seines Besuchs führte López zudem Gespräche mit der Ministerin für Korruptionsbekämpfung und gute Regierungsführung, Raquel Buenrostro, und mit der Ministerin für Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Technologie und Innovation, Rosaura Ruiz; auf seiner Agenda stand zudem ein Treffen mit Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard. Der Minister erklärte, Spaniens Digitalstrategie stütze sich auf vier Säulen — Unternehmen, Industrie, Rechte und Ausbildung —, die regulatorische Aktualisierungen, universitäre Ausbildungsprogramme sowie öffentliche und private Investitionen kombinieren. Im Rahmen derselben Reise besuchte er ein Projekt der Fundación Telefónica und der Fundación La Caixa in Mexiko-Stadt, das gefährdeten Kindern Zugang zu Technologie und Ausbildung verschafft.

Spanien exportiert nicht mehr nur Hotels, Bauunternehmen oder erneuerbare Energien, auch wenn wir das ebenfalls tun. Jetzt exportieren wir sichere, vertrauenswürdige Technologie.

Óscar López, spanischer Minister für digitale Transformation

Für ein deutsches Unternehmen, das bereits auf KI-Modelle von Drittanbietern setzt — von Logistikfirmen bis zu Kanzleien, die Zollverfahren automatisieren —, signalisiert dieses Memorandum einen Trend, den es zu beobachten gilt: das Entstehen offener Modelle, unterstützt von spanischen und mexikanischen öffentlichen Institutionen, als Alternative zu US-amerikanischen und chinesischen Angeboten, ergänzt durch eine technische Ausbildungsschiene — das Öffentliche Zentrum für KI-Ausbildung —, die dem realen Fachkräftemangel begegnen soll. Der Terminplan des Ministers endete an jenem Freitag mit einem Festvortrag über künstliche Intelligenz an der UNAM, im Vorfeld des Ibero-Amerikanischen Gipfels, der Anfang November in Madrid stattfinden soll und bei dem beide Länder Bilanz ziehen werden, wie viel von diesem Memorandum bereits zu konkreten Projekten geworden ist.

Quellen

  1. México y España acuerdan cooperación en inteligencia artificial y tecnologíaInfobae México · 3. September 2026
  2. El acuerdo España-México en IA, conectividad y ciberseguridad: lo que ha anunciado MoncloaMoncloa.com · 5. September 2026

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