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OpenAI startet Dots – persistente Agenten mit eigenem Cloud‑Computer

Auf dem OpenAI‑DevDay am 29. September 2026 stellte das Unternehmen Dots vor, eine neue Generation visueller Agenten, die von GPT‑6 Astra angetrieben werden, über einen eigenen Cloud‑Computer und Browser verfügen, im Hintergrund arbeiten und über mehr als 4 000 Plugins mit Anwendungen verbunden werden können.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 2. Oktober 20263 Min. LesezeitQuellen (3)
Fassade des früheren OpenAI-Bürogebäudes in San Francisco
HaeB · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

OpenAI präsentierte Dots auf seiner DevDay-Veranstaltung am 29. September 2026. Das Unternehmen beschrieb die neuen Agenten als „visuelle Blasen“, die autonom innerhalb der ChatGPT‑Plattform agieren können. Laut OpenAI‑Pressemitteilung sind Dots die erste Generation persistenter Agenten, die über eine eigene Ausführungsumgebung in der Cloud verfügen, wodurch sie zwischen Benutzersitzungen aktiv bleiben können.

Jeder Dot wird vom Sprachmodell GPT‑6 Astra betrieben, der neuesten Version von OpenAIs Architektur. Zusätzlich zum Modell erhält der Agent einen dedizierten virtuellen Computer und einen Webbrowser, beides in OpenAIs Cloud‑Infrastruktur gehostet. Diese Kombination ermöglicht es dem Agenten, Code auszuführen, Webseiten zu besuchen und Daten lokal innerhalb seiner eigenen Umgebung zu speichern, ohne von der Sitzung des aufrufenden Nutzers abhängig zu sein.

Dots erscheinen in der ChatGPT‑Benutzeroberfläche als animierte runde Avatare, die einfache Emotionen durch Farb‑ und Bewegungswechsel ausdrücken können. OpenAI gibt an, dass das visuelle Design dafür gedacht ist, dass Nutzer den Agenten als kollaborative Entität wahrnehmen, nicht nur als reines Textwerkzeug. Die grafische Darstellung dient zudem als Ankerpunkt, damit der Agent vor Aktionen, die externen Datenzugriff erfordern, um Erlaubnis bittet.

Wie die Dots‑Architektur funktioniert

In der Praxis erhält jeder Dot eine leichte virtuelle Maschine, die CPU, Arbeitsspeicher und Speicherplatz dynamisch je nach Arbeitslast zugewiesen bekommt. OpenAI betont, dass die Umgebung von anderen Agenten isoliert ist, was sicherstellt, dass die von einem Dot verarbeiteten Informationen nicht mit denen eines anderen vermischt werden. Der integrierte Browser ermöglicht dem Agenten, Seiten zu öffnen, Formulare auszufüllen und strukturierte Informationen zu extrahieren, ohne direkte menschliche Intervention.

Ein herausragendes Merkmal ist die Persistenz: Der interne Zustand des Agenten, einschließlich Erinnerungen an frühere Interaktionen und temporärer Dateien, bleibt erhalten, solange die virtuelle Maschine aktiv ist. Durch diese Persistenz können Dots Hintergrundaufgaben ausführen, etwa Preisüberwachungen, Kalenderaktualisierungen oder periodische Berichtserstellungen, und den Nutzer benachrichtigen, sobald das Ergebnis fertig ist. OpenAI weist darauf hin, dass die kontinuierliche Ausführung zeitliche und Ressourcen‑Grenzwerte hat, die durch das Abonnement definiert werden.

Anwendungen und Plugin‑Ökosystem

OpenAI stellt über seinen Plugin‑Marktplatz mehr als 4 000 Anwendungen bereit, und jeder Dot kann beliebige davon autonom installieren und nutzen. Die Plugins umfassen Produktivitätsdienste, Datenbanken, E‑Commerce‑Plattformen und Dritt‑APIs. Wenn ein Agent beispielsweise den Kontostand einer Bank abfragen oder einen Artikel in einem CMS veröffentlichen muss, öffnet er das entsprechende Plugin und führt die Operation innerhalb seiner sicheren Umgebung aus.

Dots sind zudem darauf ausgelegt, im Laufe der Zeit die Vorlieben des Nutzers zu lernen. Durch die Analyse früherer Interaktionen kann der Agent antizipieren, welches Format, welcher Ton oder welches Detailniveau bevorzugt wird, und seine Antworten anpassen, ohne dass der Nutzer jedes Mal explizit Anweisungen geben muss. OpenAI erklärt, dass dieses Lernen innerhalb der isolierten Agenten‑Umgebung stattfindet und dass der Nutzer den Verlauf jederzeit löschen oder zurücksetzen kann.

Praktische Einschränkungen

Obwohl OpenAI Dots als autonome Agenten bewirbt, betont das Unternehmen, dass menschliche Aufsicht weiterhin unverzichtbar bleibt. ChatGPT‑Pro‑Nutzer können Ausführungszeitlimits festlegen, Aktivitäts‑Logs einsehen und Plugin‑Berechtigungen in Echtzeit widerrufen. Zudem ist der Preis des Dienstes an den Cloud‑Ressourcenverbrauch gekoppelt; OpenAI hat angegeben, dass die Kosten schnell steigen können, wenn Agenten rechenintensive Prozesse ausführen oder lange Sitzungen aufrechterhalten.

Der erste Rollout von Dots ist auf ChatGPT‑Pro‑Abonnenten beschränkt, die einen oder mehrere Agenten in den Kontoeinstellungen aktivieren können. OpenAI hat angekündigt, die Verfügbarkeit in den kommenden Monaten auf Unternehmenspläne auszudehnen, ohne jedoch ein konkretes Datum für den allgemeinen Zugang zu nennen. In der Zwischenzeit erhalten aktivierte Dots eine Abrechnung, die sich nach CPU‑Zeit und Bandbreite richtet, die jeder Agent verbraucht.

Was OpenAI am 2. Oktober präzisierte

Eine am 2. Oktober veröffentlichte Datenschutz- und Sicherheitsübersicht von OpenAI stellt klar, dass Dots Erinnerungen mit ChatGPT teilen und Kontext aus Gesprächen und Plugins speichern können, solange der Agent besteht. Wird ein Dienst getrennt, endet der neue Zugriff, bereits übernommene Informationen bleiben jedoch im Kontext; einzelne Erinnerungen lassen sich derzeit weder einsehen noch gezielt ändern oder löschen. Proaktive Recherche bleibt schreibgeschützt und darf weder Nachrichten senden noch Inhalte verändern oder einen Browser steuern. Besonders sensible Schritte wie Passwortänderungen oder Geldtransfers erfordern die Übernahme durch den Menschen.

Mit Dots will OpenAI die Art und Weise verändern, wie Nutzer mit KI interagieren, indem sie von punktuellen Anfragen zu kontinuierlichen Assistenten übergehen, die komplexe Aufgaben ohne ständige menschliche Eingriffe bewältigen können. In der Praxis erhalten ChatGPT‑Pro‑Abonnenten nun ein Werkzeug, das Cloud‑Verarbeitung, Web‑Navigation und Zugriff auf tausende Anwendungen kombiniert, alles gesteuert von einem visuellen Avatar. Der tatsächliche Einfluss wird davon abhängen, wie jeder Nutzer die Autonomie des Agenten mit dem Bedarf an Aufsicht und den entstehenden Kosten für langfristige Nutzung ausbalanciert.

Quellen

  1. OpenAI lanza Dots, sus agentes de IA con GPT-6 AstraExpansión · 29. September 2026
  2. OpenAI launches Dots, its bubbly agentic avatarTechCrunch · 29. September 2026
  3. Dots privacy, security, and safety FAQsOpenAI · 2. Oktober 2026

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