Anthropic bindet sich mit 11,6 Milliarden Dollar an Akamai und erhält Option auf bis zu 5 Prozent
Anthropic hat einen siebenjährigen Vertrag über 11,6 Milliarden Dollar für Akamais Cloud-Infrastruktur unterzeichnet, der um weitere 9 Milliarden wachsen kann. Im Gegenzug gewährt Akamai Anthropic einen Optionsschein auf bis zu etwa 5 Prozent seiner Aktien, den ersten, den es je einem Kunden gegeben hat.

Anthropic hat einen Vertrag über 11,6 Milliarden Dollar mit sieben Jahren Laufzeit zur Nutzung von Akamais Cloud-Infrastruktur unterzeichnet, wie Akamai am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte, berichten The Next Web und TechNews. Die Vereinbarung kann im selben Zeitraum um weitere 9 Milliarden Dollar wachsen, was die Summe auf rund 20 Milliarden Dollar brächte.
Akamai, lange vor allem für sein Content-Delivery-Netzwerk bekannt, wird Anthropic laut Bloomberg, zitiert von The Next Web, Zugang zu Hauptprozessoren bereitstellen. Der Vertrag baut auf einer Vereinbarung über 1,8 Milliarden Dollar auf, die beide Unternehmen im Mai unterzeichnet hatten.
Ein an Ausgaben gekoppelter Optionsschein
Der ungewöhnlichste Teil ist finanzieller Natur. Akamai hat Anthropic einen Optionsschein ausgegeben, also das Recht, Aktien zu einem festgelegten Preis zu kaufen, über 7,7 Millionen Aktien nach Umwandlung, rund 5 Prozent der Stammaktien, zu einem Ausübungspreis von 111,33 Dollar je Aktie. Er hat die Form stimmrechtsloser, wandelbarer Vorzugsaktien der Serie B, erklären The Next Web und TechNews.
- Zusage: 11,6 Milliarden Dollar für Cloud-Dienste über sieben Jahre.
- Mögliche Erweiterung: bis zu 9 Milliarden Dollar mehr, insgesamt rund 20 Milliarden.
- Optionsschein: 7,7 Millionen Aktien zu 111,33 Dollar, bis zu etwa 5 Prozent von Akamai.
- Unverfallbarkeit: rund 2 Prozent mit der Anfangszusage, dann 1 Prozent je zusätzliche 3 Milliarden Dollar an Diensten.
- Umsatz: 150 bis 300 Millionen Dollar von Anthropic im kommenden Jahr, bis 2028 eine Jahresrate von rund 1,7 Milliarden Dollar, laut Akamai-Chef.
Rund 2 Prozent der Akamai-Aktien werden mit der Zusage über 11,6 Milliarden Dollar unverfallbar; die übrigen 3 Prozent nur, wenn die Zusammenarbeit wächst, mit 1 Prozent je weitere 3 Milliarden Dollar an Diensten. Akamai-Chef Tom Leighton sagte Bloomberg, es sei das erste Mal, dass das Unternehmen einem Kunden im Rahmen eines Cloud-Vertrags einen Optionsschein gewähre. Es sei ein ernster Schritt, aber in diesem Fall habe er Sinn ergeben, sagte er; er bringe die Unternehmen näher zusammen.
Was Akamai ausgeben wird
Akamai rechnet mit Investitionen von rund 5,5 Milliarden Dollar, um den Vertrag zu erfüllen, und erhöht seine Investitionsausgaben für 2026 um etwa 1,7 Milliarden Dollar, um Material wie Speicher vorab zu kaufen, so The Next Web. TechNews ergänzt, Akamai habe den Elektronikfertiger Jabil ermächtigt, im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags Speicherbausteine für rund 1,7 Milliarden Dollar zu beschaffen. Laut Bloomberg sind die 5,5 Milliarden Dollar mehr als das Sechsfache dessen, was Akamai im gesamten Jahr 2025 investierte. Die Umsatzprognose für 2026 ändert sich laut Unternehmen nicht.
Leighton sagte Bloomberg, der Vertrag solle in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres starten; er erwarte im nächsten Jahr 150 bis 300 Millionen Dollar Umsatz von Anthropic und bis 2028 eine Jahresrate von rund 1,7 Milliarden Dollar. Die Akamai-Aktie stieg nachbörslich laut Bloomberg um bis zu 17 Prozent auf 129,60 Dollar; TechNews berichtet von zeitweise rund 20 Prozent Plus.
Anthropics Wettlauf um Rechenleistung
Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie von Rechenzentrumsdeals von Anthropic ein, das einen Börsengang vorbereitet, merkt TechNews an. Im August unterzeichnete Anthropic einen Vertrag über 10 Milliarden Dollar mit Volta, und The Information berichtete im September, dass Anthropic der Kunde hinter dem 13,7-Milliarden-Dollar-Rechenvertrag von Rum Group ist, so The Next Web. Reuters meldete im August, Anthropic habe zugesagt, 45 Milliarden Dollar für KI-Cloud-Kapazität auf dem Rechenzentrumscampus von Nscale in West Virginia auszugeben, erinnert TechNews. Anthropic hat zudem seinen ersten Rechenzentrumsmietvertrag in Australien geschlossen und sich laut Bloomberg Chips von Google und SpaceX gesichert.
Trotz wachsender Sorgen über die Folgen autonomer KI wachsen die Infrastrukturinvestitionen weiter, um agentische Arbeitslasten mit immer höherem Rechenbedarf zu tragen, sagte Emarketer-Analyst Jacob Bourne zu TechNews; die mögliche Beteiligung wertet er als Vertrauensbeweis in die anhaltende KI-getriebene Cloud-Nachfrage. Manche Wall-Street-Investoren sorgen sich über sogenannte zirkuläre KI-Deals, bei denen Unternehmen, die gegenseitig Produkte kaufen, auch ineinander investieren, was die tatsächliche Nachfrage schwerer messbar macht, merkte Bloomberg laut The Next Web an. Anthropic wurde in Akamais Mitteilung nicht zitiert.
Was das für Unternehmen in Deutschland bedeutet
Für Unternehmen, die KI-Dienste einkaufen, zeigt der Deal, dass Modellanbieter Rechenkapazität Jahre im Voraus sichern, teils gegen Kapitalbeteiligung, und dass auch Cloud-Anbieter jenseits der drei Größten Teil dieser Lieferkette werden. Für Hardware- und Komponentenlieferanten zeigt er, dass ein einziger KI-Kunde Vorabkäufe von Speicher in Milliardenhöhe auslösen kann. Wenn dieselben Parteien zugleich Kunden und Anteilseigner sind, sollten angekündigte Volumina mit etwas Vorsicht gelesen werden.
Quellen
- Anthropic 砸百億美元擴算力,Akamai 拿下雲端大單TechNews 科技新報 · 25. September 2026
- Anthropic signs $11.6bn Akamai cloud deal and gets warrant for 5% of AkamaiThe Next Web · 25. September 2026



