DeepSeek veröffentlicht DSec: Trainingsinfrastruktur für Millionen von Agenten‑Sandboxes pro Tag
DeepSeek und die Tsinghua‑Universität haben in einem gemeinsam veröffentlichten Bericht das DSec‑System vorgestellt, das die zugrunde liegende Architektur, Leistungsverbesserungen und Sicherheitsgrenzen für das Training von Millionen von Agenten‑Sandboxes täglich im DeepSeek‑V4.1‑Modell beschreibt.

Am 30. September 2026 veröffentlichten DeepSeek und die Tsinghua‑Universität gemeinsam auf der chinesischen Wissens‑ und Diskussionsplattform Zhihu einen umfassenden technischen Bericht. In diesem Bericht stellen sie zum ersten Mal das DSec‑System vor, das als Sandbox‑Infrastruktur speziell für das großskalige Training von intelligenten Agenten konzipiert wurde. Der Bericht beschreibt detailliert, welche zentrale Rolle das DSec‑System innerhalb der DeepSeek‑V4.1‑Version spielt und liefert konkrete Zahlen, die das aktuelle Ausmaß des Betriebs belegen. Dabei wird deutlich, dass DSec die zugrunde liegende Architektur, die erreichten Leistungsverbesserungen und die definierten Sicherheitsgrenzen für das tägliche Training von mehreren Millionen Agenten‑Sandboxes bereitstellt.
Systemübersicht
DSec wird als einheitliche Plattform für Training, Bewertung und Datenvorverarbeitung in DeepSeek‑V4.1 positioniert. Die Plattform bietet vier unterschiedliche Ausführungsmodelle, die von einfachen Funktionsaufrufen (FnCall) über Container‑Umgebungen bis hin zu vollständigen virtuellen Maschinen (Full VM) reichen. Alle vier Modelle werden auf derselben Scheduling‑Ebene verwaltet, wodurch das Entwicklungsteam die Möglichkeit erhält, innerhalb eines einzigen Ressourcenpools flexibel zwischen den verschiedenen Sandbox‑Typen zu wechseln. Diese einheitliche Verwaltung ermöglicht es, Ressourcen effizient zuzuweisen und gleichzeitig die Komplexität der Infrastruktur zu reduzieren, weil keine separaten Systeme für die einzelnen Ausführungsmodelle nötig sind.
Technische Umsetzung
Der Bericht stellt klar, dass DSec gleichzeitig die vier Ausführungsumgebungen FnCall, Container, MicroVM und Full VM unterstützt. Jede dieser Umgebungen wird über eine einheitliche Scheduling‑Schnittstelle in das System eingebunden, sodass der Scheduler die Verantwortung für die Zuweisung von Ressourcen, das Management des Lebenszyklus und die Wiederherstellung nach Fehlfunktionen übernimmt. Durch diese zentrale Steuerung wird sichergestellt, dass Ressourcenkonflikte zwischen den unterschiedlichen Modellen auf ein Minimum reduziert werden und die Gesamtstabilität des Systems erhalten bleibt.
In der Produktionsumgebung hat DSec bislang insgesamt 11 266 Basis‑Images und 102 171 Arbeitsbereiche bereitgestellt. Die tatsächliche Zugriffshäufigkeit auf diese Images liegt dabei nur zwischen 4,2 % und 13,3 %, was bedeutet, dass der Großteil der Images im kalten Bereitschafts‑Modus verbleibt und nur selten aktiv genutzt wird. Dieser niedrige Nutzungsgrad führt zu einer erheblichen Entlastung des Speichersystems, weil die inaktiven Images kaum Speicherressourcen beanspruchen. Durch das gezielte Halten der Images im kalten Zustand kann das System die Speicherbelastung deutlich reduzieren, ohne die Verfügbarkeit für zukünftige Aufrufe zu beeinträchtigen.
Leistungsverbesserungen
Ein Benchmark‑Test, der 8 192 Container‑Aufgaben gleichzeitig ausführte, zeigte, dass die durchschnittliche Ausführungszeit pro Aufgabe von ursprünglich über 60 Minuten auf etwa 35 Minuten gesenkt werden konnte. Gleichzeitig verringerte sich das Volumen der auf die Festplatte geschriebenen Daten um 57 %. Diese signifikanten Verbesserungen lassen sich hauptsächlich auf die optimierte I/O‑Planung von DSec zurückführen, die den Datenfluss effizienter gestaltet, sowie auf die intensive Nutzung des Caches auf Container‑Ebene, die wiederholte Lese‑ und Schreibvorgänge reduziert.
Bezüglich der CPU‑Auslastung zeigte die Analyse, dass etwa 90 % der Sandboxes im Durchschnitt weniger als 5 % der ihnen zugewiesenen CPU‑Kapazität tatsächlich verbrauchen. Trotz dieses geringen tatsächlichen Verbrauchs ermöglicht DSec ein über 50‑faches Over‑Commit‑Verhältnis, bei dem mehr Ressourcen zugewiesen werden, als physisch vorhanden sind, ohne die erfolgreiche Ausführung der Aufgaben zu gefährden. Durch dieses aggressive Over‑Commit‑Verfahren wird die Gesamtauslastung der Hardware deutlich erhöht, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass jede Aufgabe die benötigten Ressourcen erhält, um korrekt abgeschlossen zu werden.
Skalierung und Parallelität
Ein einzelner Shard von DSec besteht aus etwa 160 Servern, die zusammen rund 30 000 CPU‑Kerne und 250 TB Arbeitsspeicher bereitstellen. Mit dieser Infrastruktur kann das System täglich etwa 3 Millionen Sandboxes erstellen, wobei die Spitzen‑Parallelität mehr als 380 000 gleichzeitig aktive Sandboxes erreicht. Die Erstellungsrate übertrifft dabei 5 000 neue Instanzen pro Sekunde. Diese Kennzahlen verdeutlichen, dass DSec bereits die notwendige Skalierbarkeit besitzt, um das gleichzeitige Training von mehreren Millionen Agenten zu unterstützen und dabei sowohl hohe Durchsatzraten als auch stabile Leistungsparameter zu gewährleisten.
Sicherheitsgrenzen und Einschränkungen
Die Sicherheitsarchitektur von DSec beruht auf einer doppelten Schutzschicht, die AppArmor und eBPF kombiniert, um Systemaufrufe und Netzwerkverkehr auf sehr feiner Granularität zu überwachen. Durch diese Kombination können potenziell schädliche Aktivitäten frühzeitig erkannt und isoliert werden. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass Schwachstellen auf Kernel‑Ebene nach wie vor ein potenzielles Risiko darstellen, weil derzeit keine universelle Abwehrstrategie für alle bekannten Kernel‑Lücken implementiert ist. Diese offene Lücke bedeutet, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein könnten, um zukünftige Kernel‑Exploits wirksam zu verhindern.
Quellen
- DeepSeek知乎独家发文,首次公开V4.1 Agent训练“大本营”DSec量子位 · 30. September 2026
- DeepSeek Unveils New Paper: First Public Reveal of V4.1 Agent Training Headquarters36Kr · 28. September 2026



