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Anthropic erweitert den Cyber‑Zugang mit einem dreistufigen Verifizierungsprogramm

Anthropic hat am 6. Oktober 2026 ein einheitliches Cyber‑Verification‑Programm vorgestellt, das das frühere CVP und Project Glasswing zu drei klar definierten Zugriffsebenen zusammenführt und dabei leistungsstarke KI‑Funktionen mit strengen Sicherheitsvorkehrungen ausbalanciert.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 7. Oktober 20264 Min. LesezeitQuellen (2)
Anthropic erweitert den Cyber‑Zugang mit einem dreistufigen Verifizierungsprogramm
Department for Science, Innovation and Technology · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Am 6. Oktober 2026 hat Anthropic ein erweitertes Cyber‑Verification‑Programm (CVP) veröffentlicht, das das frühere CVP und Project Glasswing zu einem einzigen Rahmen zusammenfasst. Das Unternehmen erklärt, dass die neue Struktur drei Verifizierungsstufen – Defense Access, Red Team Access und Specialized Access – anbietet, während die Kernmodelle Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Mythos 5.1 allen Teilnehmenden weiterhin zur Verfügung stehen. Die Ankündigung wurde auf der offiziellen News‑Seite von Anthropic veröffentlicht und am folgenden Tag von SecurityWeek aufgegriffen, wobei hervorgehoben wurde, dass das Programm geprüften Nutzern tiefere KI‑Fähigkeiten für die Cybersicherheitsarbeit ermöglichen soll, ohne die breiteren Sicherheitsverpflichtungen von Anthropic zu gefährden.

Drei Stufen, ein einheitliches Programm

Das zusammengeführte Programm ersetzt die zuvor unter dem CVP‑Label bestehenden separaten Verifizierungswege sowie die experimentelle Initiative Project Glasswing. Durch die Vereinheitlichung beider Ansätze will Anthropic den Onboarding‑Prozess straffen, administrative Hürden reduzieren und klare Erwartungen für jede Zugriffsebene schaffen. Alle drei Stufen nutzen dieselben Grundmodelle – Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Mythos 5.1 – sodass jede:r Teilnehmende mit der neuesten Generation von Anthropics Sprachmodellen arbeitet, während die Verifizierungsstufe bestimmt, in welchem Umfang Echtzeit‑Sicherheitsblockaden während der Nutzung angewendet werden.

Defense Access: Unterstützung von Sicherheitsoperationen

Defense Access ist die mittlere Stufe und richtet sich an Organisationen und Einzelpersonen, die Security‑Operations‑Center‑Arbeiten (SOC), Incident‑Response, Malware‑Reverse‑Engineering und Schwachstellenanalyse durchführen. Anthropic gibt an, dass diese Stufe Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Software‑Wartungsdiensten und unabhängigen Forschenden gewährt werden kann, die einen legitimen Bedarf an fortgeschrittener KI‑Unterstützung für defensive Cyber‑Security‑Aufgaben nachweisen. Während die Stufe weiterhin Echtzeit‑Blockaden für Inhalte durchsetzt, die Ransomware, physische Schäden oder massiven Störungen dienen könnten, werden einige der strengeren Schutzmaßnahmen, die für das Modell der breiten Öffentlichkeit gelten, gelockert, sodass Nutzer detailliertere technische Anfragen stellen können, die defensive Untersuchungen unterstützen.

Red Team Access: autorisierte Penetrationstests

Red Team Access baut auf Defense Access auf und fügt die Erlaubnis für autorisierte Penetrationstests gegen Kundensysteme hinzu. Teilnehmende dieser Stufe dürfen Anthropics Modelle nutzen, um Angriffssimulations‑Skripte zu erzeugen, Netzwerk‑Konfigurationen zu prüfen und Exploit‑Pfade zu testen, vorausgesetzt, die Einsätze sind vorher genehmigt und dokumentiert. Die Stufe behält dieselbe Echtzeit‑Blockliste bei, die die Erstellung von Anleitungen für Ransomware, physische Schäden und massiven Störungen verhindert, sodass selbst offensive Tests innerhalb eines kontrollierten Sicherheitsrahmens bleiben. Öffentliche Benchmarks von Anthropic zeigen, dass die Red‑Team‑Stufe bei der CyScenarioBench‑Suite keine Blockaden erfuhr und 34 von 50 Durchläufen erfolgreich abschloss – ein Ergebnis, das nahe an der 67,6 %‑Rate ohne Sicherheitsfilter im uneingeschränkten Test liegt.

Specialized Access: Testen sicherheitskritischer Infrastrukturen

Specialized Access ist die permissivste Stufe und ist auf eine kleine Gruppe tief geprüft‑er Fachorganisationen beschränkt, die KI‑gesteuerte Sicherheitskontrollen an kritischen Systemen wie Stromnetzen, Luftfahrt‑Netzwerken, Telekommunikations‑Infrastrukturen und Interbank‑Transfer‑Plattformen testen müssen. Der Zugang zu dieser Stufe wird in Zusammenarbeit mit der US‑Regierung geprüft, was die hohe Bedeutung der Arbeit widerspiegelt. Die Stufe wendet die wenigsten Echtzeit‑Blockaden an, sodass Teilnehmende Rand‑Fall‑Szenarien erkunden können, die in den anderen Stufen blockiert würden, während weiterhin Inhalte, die Ransomware, physische Schäden oder massiven Störungen dienen könnten, verboten bleiben. Diese selektive Offenheit soll rigorose Sicherheitsforschung an Systemen unterstützen, bei denen KI‑Fehler weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen haben könnten.

In allen drei Stufen stellt Anthropic dieselbe Modell‑Suite – Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Mythos 5.1 – bereit, sodass Nutzer von den neuesten Fortschritten in Sprachverständnis, logischem Schließen und Code‑Generierung profitieren. Das Unternehmen betont, dass der gestufte Ansatz keine separaten Modell‑Versionen erzeugt; stattdessen bestimmt der Verifizierungsstatus, welche Sicherheitsfilter zur Laufzeit aktiv sind. Diese Design‑Entscheidung vereinfacht die Modell‑Wartung, während sie gleichzeitig differenzierte Risikoprofile für Nutzer mit unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen ermöglicht.

Anthropics interne Tests auf dem CyScenarioBench‑Benchmark liefern erste Hinweise darauf, wie sich die Stufen in der Praxis unterscheiden. Das öffentliche Basismodell blockierte alle 50 Durchläufe bereits beim ersten Prompt und demonstrierte damit eine stark konservative Sicherheits­haltung. Defense Access reduzierte die Block‑Anzahl auf 46 von 50, was zeigt, dass viele defensive Anfragen die Filter passieren können, während gleichzeitig ein hoher Risikoinhalt geschützt bleibt. Red Team Access verzeichnete keinerlei Blockaden und schloss 34 von 50 Durchläufen erfolgreich ab, was eng an die ungesicherten Benchmark‑Rate von 67,6 % herankommt. Specialized Access wird im Kurzbericht nicht quantifiziert, wird jedoch als die Stufe mit den wenigsten Blockaden beschrieben, was ihrem Zweck für streng kontrollierte sicherheitskritische Tests entspricht.

Datenspeicher‑Richtlinien bleiben ein Kernbestandteil des Programms. Anthropic gibt an, dass Standard‑Nutzungsdaten zu operativen Zwecken gespeichert werden, plant jedoch für die Zukunft eine kontrollierte Zero‑Retention‑Option, die verifizierten Nutzern ermöglicht, ihre Interaktions‑Logs unmittelbar nach der Verarbeitung löschen zu lassen, um das Risiko langfristiger Speicherung sensibler Sicherheitsinformationen weiter zu reduzieren. Ein konkreter Zeitplan für die Zero‑Retention‑Funktion wurde nicht genannt, doch die geplante Einführung signalisiert ein Bewusstsein für die Vertraulichkeits‑Bedenken, die mit fortgeschrittener Cybersicherheitsarbeit einhergehen.

Der Start des dreistufigen Cyber‑Verification‑Programms verändert das Umfeld für Organisationen, die KI einsetzen, um ihre Sicherheitsfähigkeiten zu erweitern. Durch das Angebot eines abgestuften Schutz‑Sets ermöglicht Anthropic Verteidigungsteams, autorisierten Red‑Team‑Operatoren und Forschenden im kritischen Infrastrukturbereich den Zugriff auf leistungsstarke Sprachmodelle, während gleichzeitig klare Grenzen gegen missbräuchliche Nutzung gezogen werden. Der öffentliche Roll‑out bedeutet, dass berechtigte Einheiten nun für die passende Stufe beantragen, Opus 5.5, Sonnet 5.5 oder Mythos 5.1 in ihre Arbeitsabläufe integrieren und von den in Anthropics Benchmark‑Ergebnissen gezeigten reduzierten Block‑Raten profitieren können. Sobald die Zero‑Retention‑Option ausgereift ist, erhalten die Teilnehmenden zudem mehr Kontrolle über die Privatsphäre ihrer sicherheitsrelevanten Daten.

Quellen

  1. Expanding the Cyber Verification ProgramAnthropic · 6. Oktober 2026
  2. Anthropic Introduces 3-Tier Cyber Verification Program for AI AccessSecurityWeek · 7. Oktober 2026

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